Nachdem das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) den Krankenhaus-Rettungsschirm verlängert hat, hat der Verbund der Universitätsklinika (VUD) eine Krankenhausreform gefordert. Nur mit dieser könne dauerhaft eine stabile finanzielle Grundlage geschaffen werden, „die es den Universitätsklinika erlaubt, ihre besondere Rolle als Rückgrat des Gesundheitssystems zu festigen“, verdeutlicht Jens Scholz, 1. Vorsitzender des VUD.
Der Verbund sei zwar über die Verlängerung bis 18. April erleichtert. „Allerdings betont der Entwurf auch explizit, dass diese Zahlungen und Zuschläge letztmalig verlängert werden sollen. Damit sind die Krankenhäuser in einer zu erwartenden neuen Infektionswelle im Herbst auf sich gestellt“, so Scholz. Dies wäre gerade für die Universitätsklinika eine besondere Herausforderung, da sie die steigende Zahl an Covid-Patienten versorgen und zugleich unter Pandemiebedingungen Schwersterkrankte behandeln müssen.
Bereits vor der Pandemie waren die Universitätsklinika wirtschaftlich angegriffen, heißt es. Durch die besonderen Hygienemaßnahmen in der Pandemie, die Konzentration auf schwer erkrankte Covid-Patienten, Kostensteigerungen sowie vermehrte Personalausfälle habe sich die Situation noch einmal verschärft.
„Die zeitlich sehr begrenzte Verlängerung des Rettungsschirms ist keine verlässliche Grundlage für die Finanzierung der Universitätsklinika und reicht so noch nicht für das Jahr 2022 aus. Versorgungsaufschläge und Freihaltepauschalen müssen stattdessen entsprechend des weiteren Pandemieverlaufs verlängert werden können. Außerdem muss kurzfristig auch der Ganzjahresausgleich so angepasst werden, dass den Universitätsklinika nicht wie derzeit zwei Prozent Budgetverlust droht“, fordert der VUD-Generalsekretär, Jens Bussmann.