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Charité und Vivantes starten smarten Datenaustausch

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Charité und Vivantes starten smarten Datenaustausch
© Pixabay/ melancholiaphotography

Die Charité Universitätsmedizin und die Vivantes - Netzwerk für Gesundheit sind einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Gesundheitsstadt Berlin 2030 gegangen: Die beiden größten Gesundheitsversorger der Hauptstadt setzen ab sofort auf einen smarten Austausch medizinischer Behandlungsdaten. Das behandelnde Personal könne künftig unter anderem auf aktuelle Laborwerte, Vitalzeichen oder schon früher erfasste allgemeine Gesundheitsdaten zugreifen. Das biete wiederum Vorteile für die „Patient Journey“ – also die „Patientenreise“ während der medizinischen Betreuung: „Mehrfachuntersuchungen können teilweise vermieden und Wartezeiten für Patient:innen und Personal reduziert werden“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Ziel des digitalen Datenaustauschs zwischen Berlins größten Klinikbetreibern sei, den Patientenfluss im Krankenhaus optimal zu steuern sowie in kritischen Situationen lebenswichtige Zeit zu gewinnen.

„Mit dem digitalen Austausch strukturierter Behandlungsdaten haben wir einen weiteren Meilenstein innerhalb unserer IT-Kooperation von Charité und Vivantes erreicht. Die ersten beiden Anwendungsmöglichkeiten haben wir bewusst in zwei entscheidenden Bereichen gewählt. Beim Infektionsmanagement geht es um die Vernetzung der Hygienedatenbanken beider Häuser miteinander sowie mit Labor Berlin. Ziel ist es, Patienten mit multiresistenten Erregern frühzeitig und konsequent zu isolieren. Beim Einsatz in der Intensivmedizin tragen wir durch die automatische Einspielung der Daten zu einem Behandlungsstart ohne Verzögerung bei“, sagt Martin Peuker, Chief Information Officer sowie Leiter des Geschäftsbereichs IT der Charité. 

Die technische Infrastruktur stehe ab sofort bereit. Zunächst soll die Technologie in den kommenden Monaten erprobt werden. Parallel bis Herbst sollen zwei konkrete Anwendungsfälle umgesetzt sein:  

1. Anwendungsfall: Infektionsmanagement 
Im Anwendungsfall Infektiologie werden die Hygienedatenbanken von Vivantes und Charité miteinander und zusätzlich mit der Datenbank der gemeinsamen Tochtergesellschaft Labor Berlin vernetzt. Bei der Patientenaufnahme bei Vivantes kann das behandelnde Personal dadurch frühzeitig einsehen, ob ein Patient beispielsweise Träger eines multiresistenten Erregers ist – selbst wenn die Daten ursprünglich in der Charité eingegeben wurden. Dies ermöglicht eine frühzeitige Isolation und trägt maßgeblich zur Sicherheit von Patient:innen und Mitarbeitenden bei.
2. Anwendungsfall: Intensivmedizin
Im Bereich der Intensivmedizin steht die Bereitstellung von zentralen Vital- und Laborparametern bei einer Verlegung zwischen Charité und Vivantes im Vordergrund. Dies wird zunächst für Patient:innen umgesetzt, die eine Versorgung per ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung), ein Unterstützungssystem, das die Atemfunktion der Patient:innen außerhalb des Körpers übernimmt, benötigen. Im Rahmen der IT-Kooperation werden vorhandene Patientendaten vor Verlegung an das aufnehmende Klinikum überspielt und können in die Systeme übernommen werden. Verlegung und Behandlung können somit ohne Verzögerung starten.

Zuvor hatten die Charité und Vivantes bereits eine digitale Behandlungsakte eingeführt. Die beiden Berliner Kliniken bauen eine gemeinsame Digitalisierungsinfrastruktur auf. So können alle Kliniken medizinische Dokumente gemeinsam behandelter Patienten austauschen. Die beiden CIOs haben über ihre ersten Erfahrungen in einemf&w-Beitrag berichtet. 
 

Autor

 Anika Pfeiffer

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