ANregiomed hat das Jahr 2025 mit einem Defizit von 17,4 Millionen Euro abgeschlossen. Zwar fiel der Fehlbetrag deutlich geringer aus als geplant, doch Krankenhausreform, Ambulantisierung und steigende Kosten bleiben zentrale finanzielle Risiken für den Verbund.
Der kommunale Klinikverbund ANregiomed hat das Jahr 2025 mit einem Defizit von 17,4 Millionen Euro abgeschlossen. Damit liegt das Ergebnis deutlich unter dem im Wirtschaftsplan vorgesehenen Fehlbetrag von 32,4 Millionen Euro, teilt ANregiomed mit.
Nach Angaben des Verbunds trugen Ergebnisverbesserungen von 6,6 Millionen Euro sowie um rund drei Millionen Euro niedrigere Personalaufwendungen dazu bei. Hinzu kamen Einmaleffekte wie die Auflösung von Rückstellungen. Auch die Investitionsausgaben blieben unter Plan. Grund dafür waren Verzögerungen bei den Umzügen von MVZ-Praxen in Dinkelsbühl und Rothenburg.
Verschobene Investitionen und offene Stellen
Trotz der Verbesserung sieht der Vorstand weiterhin strukturelle Belastungen. „Die ursprünglich im vergangenen Jahr geplanten Investitionen mussten ins Folgejahr verschoben werden, wo sie in der Wirtschaftsplanung erneut zu Buche schlagen“, sagte Vorstandsvorsitzender Gerhard M. Sontheimer. Offene Arztstellen müssten zeitnah besetzt werden, um die Strukturkriterien für beantragte Leistungsgruppen zu erfüllen. Das gelte auch für vakante Stellen in Pflege und Verwaltung.
Aus Sicht des Verbunds bleiben die Entlastungseffekte begrenzt. Der im Dezember 2025 beschlossene Wirtschaftsplan für 2026 sieht einen Fehlbetrag von 31,63 Millionen Euro vor. Für das laufende Jahr rechnet ANregiomed allerdings erneut mit einem besseren Ergebnis als geplant. Im ersten Quartal lagen Personal- und Instandhaltungskosten unter Plan. Nachbesetzungen und aufgeschobene Maßnahmen brauchen laut Verbund jedoch Zeit.
Ambulantisierung und Reformdruck
Zusätzliche Risiken sieht ANregiomed durch die Krankenhausreform. „Demgegenüber stellt die zunehmende Ambulantisierung, die die Krankenhausreform in den kommenden Jahren erzwingt, die Kliniken finanziell vor ganz neue Herausforderungen“, sagte Sontheimer. Viele Eingriffe seien nur noch ambulant abrechenbar. Die sogenannten Hybrid-DRGs würden im Schnitt rund ein Drittel niedriger vergütet als stationäre Leistungen. Gleichzeitig müssten weiterhin Patienten stationär versorgt werden.
Auch geplante Sparmaßnahmen im Rahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes bewertet der Verbund kritisch. Ab 2027 drohten zusätzliche Belastungen, etwa durch eine begrenzte Refinanzierung tariflicher Lohnsteigerungen und gedeckelte Erlöszuwächse. „Diese Deckelung sorgt bei den Krankenhäusern zwangsläufig für neue Finanzierungslücken“, sagte Sontheimer. Ohne Ausgleich werde sich die strukturelle Unterfinanzierung weiter verschärfen.
cs
