Ambulantisierung

AOP-Katalog kommt erst im März

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AOP-Katalog kommt erst im März
Close-up of scrub nurse taking medical instruments for operation with colleagues performing in background © iStock.com/Dutko

Der Katalog für ambulantes Operieren (AOP-Katalog) gilt als wichtiger Baustein für die Ambulantisierung in der Medizin. Eigentlich sollte er schon öffentlich sein, jetzt kommt er Mitte März. Knackpunkt ist die Schweregraddifferenzierung, ein nächster Schritt könnte die neue Bepreisung ambulanter Operationen sein.

Das IGES-Institut hat den Auftrag, den neuen AOP-Katalog zu liefern. Dem Vernehmen nach liegt eine Vorversion des Instituts bereits bei den drei Auftraggebern Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Die Selbstverwaltungspartner schleifen aber noch an der finalen Version. Die IGES-Vorversion beinhaltet eine lange Liste an Erkrankungen, die für das ambulante Operieren in Frage kommen und eine Schweregraddifferenzierungen der Patienten (Vorerkrankungen, et cetera). Diese Schweregraddifferenzierung könnte Grundlage einer gestaffelten Bepreisung der Eingriffe werden. 

Kliniken befürworten den Relaunch des AOP-Katalogs grundsätzlich, befürchten aber, dass der Katalog eine Prüforgie des Medizinischen Dienst nach sich ziehen könnte, wenn die die Differenzierungen zu komplex werden. Außerdem stellt sich beim AOP-Katalog mittlerweile grundsätzlich die Frage, wie die im Koalitionsvertrag angekündigten Hybrid-DRGs im Zusammenhang mit dem ambulanten Operieren stehen. Hier halten sich die Regierungsparteien und der Gesundheitsminister noch bedeckt. 

Fakt ist, dass der Relaunch des AOP-Katalogs die Klinikszene in Bewegung versetzt hat. Klinische Fächer wie die Augenheilkunde, Urologie oder Gastroenterologie fürchten, dass mit dem neuen Katalog ein gewichtiger Teil ihres stationären Geschäfts verschwinden könnte. Die Debatte um eine auskömmliche ambulante Finanzierung ist deshalb ebenso im Gange wie die betriebswirtschaftliche Reorganisation bestimmter Klinikabteilungen. Die Fachgesellschaft der Gastroenterologen hat angesichts dieses Wandels in Zusammenarbeit mit Professor Boris Augurzky ein Finanzierungsmodell für ambulante Eingriffe ins Spiel gebracht, das die Fachzeitschrift f&w exklusiv in ihrer heute erscheinenden Ausgabe veröffentlicht. 

Autor

 Jens Mau

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