Lehren aus der Pandemie

BÄK fordert Personaloffensive für Öffentlichen Gesundheitsdienst

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BÄK fordert Personaloffensive für Öffentlichen Gesundheitsdienst
Doctor's desk, stethoscop on pc © takasuu

Die Bundesärztekammer (BÄK) fordert mit einem Positionspapier die dauerhafte Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). Vorgesehen ist neben einer besseren personellen und technischen Ausstattung auch die Einführung eines Tarifvertrages für Ärzte in Gesundheitsämtern. Die Kammer bewertet den von der Bundesregierung beschlossenen Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst positiv. Dieses Konjunkturpaket veranschlagt einen Finanzbedarf in Höhe von vier Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre und sei eine Schlussfolgerung der Bundespolitik aus der Corona-Pandemie und der offensichtlichen Notwendigkeit der personellen Aufstockung des ÖGD, heißt es in dem Positionspapier der BÄK. Entscheidend für dessen Erfolg sei jedoch eine zeitnahe und zugleich dauerhafte Umsetzung der angekündigten Maßnahmen. 

Folgende Schritte müssten aus Sicht der BÄK umgehend umgesetzt werden

  1. Zügige Bereitstellung der mit dem „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ beschlossenen finanziellen Mittel, um eine erneute Überlastung des ÖGD zu verhindern.
  2. Bei der Einrichtung und dem Betrieb von stationären sowie mobilen Diagnostikeinheiten (Abstrichzentren) während akuter Pandemiephasen sind sowohl der ÖGD als auch Kliniken, Arztpraxen und Kassenärztliche Vereinigungen einzubeziehen.
  3. Sicherstellung einer kurzfristigen Unterstützung in akuten epidemischen Lagen, bevorzugt durch medizinisch vorgebildetes Personal.
  4. Beständige Sicherstellung der Versorgung des medizinischen Personals aller Versorgungsbereiche mit ausreichend persönlicher Schutzausrüstung.
  5. Beschleunigung der Meldeverfahren: Grundlegende Verbesserungen der technischen und digitalen Ausstattung durch eine zügige Umsetzung von DEMIS (Deutsches Elektronisches Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz) und eine flächendeckende Anbindung des ÖGD.
  6. Entwicklung einer geeigneten Impfstrategie.
 

Positionspapier der BÄK

Das Positionspapier der BÄK soll Hinweise zur Ausgestaltung und Umsetzung des Paktes geben. Es sieht unter anderem eine bessere technische und personelle Ausstattung der Gesundheitsämter vor, die seit Beginn der Pandemie besonders gefordert waren. Personelle Unterbesetzung und mangelhafte technische Ausstattung hätten sich negativ auf die Aufgabenbereiche rund um die Pandemie ausgewirkt, wie die Ermittlung von Kontaktpersonen oder Organisation des Meldewesens. Erschwerend hinzu kam, dass zu Beginn der Pandemie häufig unzureichende persönliche Schutzausrüstungen für die Mitarbeitenden zur Verfügung stand. 

Ein weiterer Punkt im Positionspapier ist die Förderung des ärztlichen Nachwuchses, da in den nächsten 10 bis 15 Jahren rund drei von vier Ärzten in den Ruhestand gehen werden. Die personelle Situation habe sich in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert. Aus Ausbrüchen anderer Infektionskrankheiten wie SARS, Vogel- oder Schweinegrippe seien keine ausreichenden Lehren bezüglich der Sicherstellung der notwendigen Ressourcen gezogen worden, kritisiert die BÄK. Derzeit sind nur noch rund 400 Fachärzte für Öffentliches Gesundheitswesen im ÖGD tätig. Eine entscheidende Voraussetzung sei ein arztspezifischer Tarifvertrag für den ÖGD mit dem Ziel einer finanziellen Anpassung der ärztlichen Gehälter an vergleichbare ärztliche Tätigkeitsfelder, wie dem stationären Bereich.

Zusätzlich soll eine bundesweite, öffentlich zugängliche Mitarbeiterstatistik eingeführt werden, aus der die aktuelle personelle Situation des ÖGD hervorgeht, differenziert nach beruflicher Qualifikation, Stellenanteil sowie dem sich abzeichnenden Nachbesetzungsbedarf. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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