Krankenhausplanung

Barmer will stationäre Leistungen auf bestimmte Standorte konzentrieren

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Barmer will stationäre Leistungen auf bestimmte Standorte konzentrieren
© Mathias Kehren

In ihren gesundheitspolitischen Positionen zur Bundestagswahl fordert die Barmer eine grundlegende Strukturreform im Krankenhausbereich. Die Pandemie zeige nicht nur, wie leistungsfähig das deutsche Gesundheitssystem grundsätzlich sei, sondern auch, wo die Schwachstellen liegen.

Durch die Krise steige auch der Bedarf an schneller Kommunikation und Koordination. Das würde für die bislang so zögerliche Digitalisierung endlich einen Durchbruch für die notwendige Akzeptanz bei Patienten und Ärzten bringen, sagt Barmer-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Christoph Straub in einer Mitteilung. So werden zum Beispiel immer mehr Videosprechstunden nachgefragt und auch angeboten. Auch die elektronische Patientenakte spiele dabei eine zentrale Rolle. Sie trage zum einen dazu bei, die Versorgung besser zu koordinieren, zum anderen liefere sie wichtige Datengrundlagen für die Versorgungsforschung und Versorgungsplanung, heißt es in dem Positionspapier der Barmer

Der stationäre Bereich benötigt aus Sicht der Barmer umfassende Reformen. In diesem Bereich würde sich zeigen, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen, so Straub. Die Strukturen seien veraltet und müssten nach dem medizinischen Bedarf ausdifferenziert und umgebaut werden, um eine effiziente Versorgung zu schaffen. Grundsätzlich sollten nur die Krankenhäuser Patienten mit schweren Erkrankungen behandeln, die dafür adäquat ausgestattet seien. Die Schließung von Häusern bedeute das jedoch nicht, sondern die Weiterentwicklung zu intersektoralen Gesundheitszentren: "Damit bekommen sie für die Region eine neue wichtige Funktion und decken einen breiteren Bedarf an nicht spezialisierten Leistungen ab. Hier wird auch die Vernetzung mit anderen Leistungserbringern im Umkreis besonders wichtig." Grundlage für die Konzentration stationärer Leistungen auf bestimmte Standorte sei die konsequente Durchsetzung eines gestuften Konzepts für die Häuser.

Neben strukturellen Veränderungen fordert die Barmer auch eine konsequente Anwedung von Qualitätsvorgaben wie Mindestmengen oder das Zweitmeinungsverfahren. Unabdingbar für die Versorgungsqualität sei auch die Personalausstattung. Unterschiedliche Personaluntergrenzen je pflegeintensiven Fachbereich hält die Barmer für grundsätlzich sinnvoll. Sie sollten deshalb schrittweise für alle Fachabteilungen festgelegt und eingeführt werden. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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