Kliniksterben

Bayerischer Landkreis ringt um die Zukunft seiner Kliniken

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Landkreis Regen: Zukunft der Kliniken Viechtach und Zwiesel
Gutachter stellen Konzept für die Aberlandkliniken vor. © Aberlandkliniken

Im Landkreis Regen liegen drei Szenarien für die zwei Kreiskliniken in Viechtach und Zwiesel auf dem Tisch. Einem Neubau steht die bayerische Landesregierung skeptisch gegenüber.

Ein vom Landkreis Regen beauftragtes Gutachten des Institute for Health Care Business (hcb) aus Essen empfiehlt für die Aberlandkliniken mit Standorten in Viechtach und Zwiesel den Neubau eines Zentralklinikums zentral im Landkreis. Hintergrund ist auch die Klinikreform des Bundes, die das Ziel hat, die Zahl der Krankenhausstandorte zu reduzieren, um den Rekorddefiziten der Krankenkassen zu begegnen. "Die Länder halten sich bei Investitionsfördermitteln zurück. Während die Erlöse der Krankenhäuser stagnieren, steigen die Ausgaben", schreibt der Klinikträger in einer Pressemitteilung. Regional soll die Reform medizinische Schwerpunkte setzen, ambulante Angebote ausbauen und die telemedizinische Vernetzung stärken. Das Bayerische Gesundheitsministerium bewertet den Neubau der Arberlandklinik in Zwiesel als wenig zukunftsweisend und stellt aktuell keine Fördermittel bereit, weshalb alternative Lösungen nötig sind.

Die Rolle kleiner Kliniken in Bayern

Die bayerische Staatsregierung strebt weiterhin eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum an. Neben größeren Kliniken spielen dabei kleinere Krankenhäuser eine zentrale Rolle. Sie sollen erhalten oder zu modernen, wirtschaftlich tragfähigen Leistungserbringern entwickelt werden. Ein Förderprogramm unterstützt Strukturgutachten zur Bewertung der regionalen Versorgung und zur Identifikation von Handlungsoptionen. Landkreis und Arberlandkliniken beauftragten ein solches Gutachten im April 2025, um Förderungen für Investitionen in die Krankenhausinfrastruktur zu sichern.

Das Unternehmen hcb, dessen Gechäftsführer das Regierungskommissionsmitglied Boris Augurzky ist, erstellte das Strukturgutachten und legte drei Optionen vor: Erhalt beider Standorte mit Optimierungen, Schwerpunktbildung in Viechtach oder Neubau eines zentralen Krankenhauses. 

Was für einen Neubau spricht?

Die größte Herausforderung bleibt die Personalgewinnung, besonders bei der Variante „Status quo“ mit Doppelstrukturen, so die Gutachter. Eine Schwerpunktbildung könnte die wirtschaftliche Lage durch Synergien verbessern, jedoch die Erreichbarkeit einschränken und auf weniger Akzeptanz stoßen. Die Infrastruktur in Viechtach begrenze jedoch die Flexibilität, urteilen die Gutachter. Deshalb empfehlen sie den zentralen Standort als beste Lösung.

Der neue Standort würde 280 bis 300 Betten bieten und im Jahr 2038 etwa 12.700 stationäre Fälle behandeln. Besonders Frauenheilkunde, Geburtshilfe, Innere Medizin und Chirurgie würden profitieren. Die Notfallversorgung bliebe gesichert, möglicherweise mit GBA-Notfallstufe 2. Ein Regionales Traumazentrum wäre realisierbar. Die alten Standorte in Viechtach und Zwiesel könnten bestehen bleiben, müssten jedoch umfunktioniert werden. Viechtach würde als sektorenübergreifender Versorger mit internistischer Grundversorgung und ambulanten Eingriffen dienen. Zwiesel könnte sein MVZ mit weiteren ambulanten Angeboten aufwerten. 

Entscheidung zum Jahresende

Für einen Neubau könnte eventuell Geld aus dem Krankenhaustransformationsfonds kommen. Die Entscheidung ist aber offen. Am 9. Juni diskutiert der neu gewählte Kreistag die Sichtweisen, am 24. November 2026 soll die Entscheidung über die regionale Krankenhausstruktur fallen.

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