Ambulantisierung

Bayerns Krankenhäuser wollen ambulant behandeln

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Bayerns Krankenhäuser wollen ambulant behandeln
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Krankenhäuser sollten künftig aus eigener medizinischer Verantwortung und nach Situation der Patienten entscheiden können, ob sie klinisch-ambulante Leistungen mit oder ohne Übernachtung erbringen. Das fordert die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) in einem Positionspapier zur Bundestagswahl. In diesem sind sechs Handlungsfelder zur Weiterentwicklung der Krankenhausversorgung aufgezeigt.

Vor allem in der Pandemie hätten die Krankenhäuser gezeigt, dass sie der Grundpfeiler der medizinischen Versorgung seien. Zudem sie ein Krankenhaus ein regionales Exzellenszentrum für Gesundheit mit multiprofessioneller Kompetenz und entsprechender Ausstattung, die eine Patientenversorgung oft schneller gewährleistet als im ambulanten Bereich. Die Planung der ambulanten ärztlichen Versorgung, die in den Händen der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV) liegt, will die Krankenhausgesellschaft auch nicht streitig machen. "Wir sollten aber über eine integrative Planung nachdenken, bei der man überlegt, welchen Anteil an der ambulanten Versorgung die Krankenhäuser anbieten können", sagt BKG-Geschäftsführer Roland Engehausen in einer dpa-Meldung.

Immer mehr komplexe klinische Behandlungen könnten ohne Übernachtung angeboten werden. Im medizinischen Fortschritt sei es daher durchaus sinnvoll, die Übernachtungsdauer im Krankenhaus weiter zu reduzieren. In dem Positionspapier heißt es zudem, dass sich bei Behandlungen mit kurzen Aufenthalt oftmals Streitigkeiten zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen entfachen würden, zum Beispiel bei Gastroenteritis oder hypertensive Entgleisung. Dies sei nicht mehr zeitgemäß. Die Krankenhäuser sollten es aus der medizinischen Verantwortung heraus und in Abhängigkeit von der Situation der Patienten entscheiden können, ob eine Übernachtung erforderlich ist. Dafür brauche es verbindliche Abrechnungsmöglichkeiten zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern. Die Vergütung müsse nicht zwingend von einer Verweildauer über Nacht abhängig sein. 

Bereits im Juni teilte der GKV-Spitzenverband mit, dass man beim Leistungsgeschehen mit einer deutlichen Verschiebung in den ambulanten Bereich rechne.  „Wir werden nie wieder so viele Krankenhausfälle wie 2019 haben. Das neue Normal wird eine Fallzahlenreduktion mit sich bringen“, prognostizierte Dr. Wulf-Dietrich Leber, Leiter der Abteilung Krankenhäuser beim GKV-Spitzenverband. Die zunehmende Ambulantisierung sei zudem ein wichtiger Baustein in der Entlastung der Pflege im Krankenhaus, neben einer (digitalen) Personalbedarfsermittlung und Pflegepersonaluntergrenzen.

Hier geht es zum Positionspapier der BKG.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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