Corona-Update

Triage-Vorbereitungen in Bayern, Kretschmann und Söder für Impfpflicht

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Triage-Vorbereitungen in Bayern, Kretschmann und Söder für Impfpflicht
Neben intubierten Patientinnen und Patienten gibt es auch wache. Dieser Patient wird über einen Luftröhrenschnitt beatmet. Dadurch kann er bei Bewusstsein sein und sogar Nahrung zu sich nehmen. © Mühlenkreiskliniken/Kai Senf

+++ Krebsorganisationen für allgemeine Impfpflicht +++

Die Corona Task Force des Deutschen Krebsforschungszentrums, der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft sieht eine allgemeine Impfpflicht zusätzlich zu Kontakteinschränkungen als einzige Möglichkeit, den Kollaps des Gesundheitssystems über den Winter zu verhindern. Die Notlage auf den deutschen Intensivstationen werde immer dramatischer, nicht nur für die Covid-Patienten, sondern auch für alle Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen wie etwa Krebs, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Ungeimpfte Menschen hätten ein hohes Risiko bei einer Corona-Infektion stationär behandelt werden zu müssen. "Die Gefahr, dass ihnen und ihren Mitmenschen lebenswichtige Maßnahmen wegen mangelnder Kapazitäten versagt bleiben, ist äußerst real", mahnt Prof. Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ. [Quelle: DKFZ]

+++ Lage in Brandenburg spitzt sich zu +++

Die Situation in Brandenburg sei "sehr ernst", sagte der Vorstandsvorsitzende der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg, Detlef Troppens, am Montag im Inforadio des rbb. Wegen Personalknappheit könnten von den 1.000 Intensivbetten in Brandenburg nur 720 bis 750 tatsächlich betrieben werden. 600 sind belegt, darunter 370 Beatmungsplätze. 92 Betten sind mit Covid-Patienten belegt, von denen 73 beatmet werden müssen. Damit sind 83 Prozent der Betten in Brandenburg belegt, 12 Prozent entfallen auf die Covid-Patienten. Besonders akut sei die Lage im Raum Cottbus und im Landkreis Elbe-Elster. Erste Patienten seien schon aus Kliniken in Südbrandenburg in andere Landkreise verlegt worden. Dieses Nord-Süd-Gefälle zeigt sich auch an der Verschiebung planbarer Operationen: Diese finden im Süden nicht mehr statt. Dadurch könnten 20 bis 30 Prozent an Intensivkapazitäten freigeschaufelt werden, "mehr aber auch nicht. Ein Herzinfarkt bleibt ein Herzinfarkt und ist nicht verschiebbar", so Troppens. [Quelle: rbb24]

+++ Kliniken im Landkreis Neu-Ulm bereiten sich auf Triage vor +++

Die Kliniken im Landkreis Neu-Ulm bereiten sich auf die Überlastung der Intensivstationen vor und gründen ein Triage-Team. Für die Zusammenstellung der Teams sind die Häuser selbst zuständig, im Landkreis betreffe es die Kreisspitalstiftung Weißenborn, die an insgesamt drei Orten des Landkreises Kliniken betreibt. Nach Angaben einer Sprecherin werden zunächst die Pandemie-Beauftragten das weitere Vorgehen klären, die Maßnahmen seien rein präventiv. Konkrete Schritte zur Triage seien noch nicht geplant. [Quelle: dpa]

+++ Kretschmann und Söder für allgemeine Impfpflicht +++

In einem Gastbeitrag in der FAZ sprechen sich die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Bayern für eine allgemeine Impfpflicht aus. Man wusste, dass es viele Menschen gibt, die den Impfungen skeptisch gegenüber stehen, war jedoch überzeugt, dass am Schluss sich "die Vernunft, das Streben nach einem Leben ohne das Virus" durchsetzen würden. Berücksichtigt wird auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit, dessen sei man sich sehr bewusst. "Doch es geht dabei eben keineswegs nur um die Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen. Es geht auch um die körperliche Unversehrtheit derjenigen, die sich nicht impfen lassen können und dann angesteckt werden und schwer erkranken", heißt es in dem Beitrag. Ebenso gehe es um die Überlastung der Krankenhäuser, vor der man jetzt schon stehe. Auch eine Spaltung der Gesellschaft sehen die Ministerpräsidenten durch eine Impfpflicht nicht. Ihrer Auffassung nach sei es genau umgekehrt. "Eine Impfpflicht ist kein Verstoß gegen die Freiheitsrechte. Vielmehr ist sie die Voraussetzung dafür, dass wir unsere Freiheit zurückgewinnen", so das Fazit. [Quelle: FAZ]

+++ Bodendieck sieht akute Triage-Situation in Sachsen +++

Erik Bodendieck, Präsident der sächsischen Landesärztekammer, rechnet damit, dass Ärzte in Sachsen in den nächsten Tagen vor eine Triage-Situation gestellt würden. "Ja, es ist akut", so Bodendieck im Interview mit dem Deutschlandfunk. Es gebe festgelegte Überlastungsstufen. Was die Intensivstationen betrifft, sei gesamt Sachsen in der Überlastungsstufe. Auch die umliegenden Länder seien ähnlich hart betroffen. Derzeit sei die Behandlung aller Patienten noch leistbar. Bei den Prognosen gehe er aber davon aus, dass die Belastung in Sachsen in den nächsten Tagen so stark ansteige, dass zwei Menschen um ein Bett "kämpfen müssen".  [Quelle: Deutschlandfunk]

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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