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DKG-Chef Gaß: "Omikron wird uns maximal fordern"

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DKG-Chef Gaß: "Omikron wird uns maximal fordern"
© Regina Sablotny

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) appelliert an die Politik, den Rettungsschirm für Kliniken wieder auszuweiten und Instrumente wie Personaluntergrenzen und Abrechnungsprüfungen auszusetzen. Die derzeitigen Ausgleichszahlungen aus dem Rettungsschirm für Kliniken seien für die sich nun aufbauende Welle unzureichend, bemängelt DKG-Chef Gerald Gaß. „Wir fordern die Politik auf, zu der Fassung des Rettungsschirms zurückzukehren, in der alle Kliniken einen Ausgleich erhalten.“ Der vereinbarte Ganzjahresausglich garantiere, dass keine Kliniken öffentliche Gelder unberechtigt bekommen. Derzeit erhalten zwischen 500 und 600 Kliniken keine Gelder aus dem Rettungsschirm – überwiegend psychiatrische Kliniken und Fachkliniken. Diese Häuser würden jetzt in der Omikron-Welle gebraucht und hätten außerdem durch pandemiebedingte Einflüsse wie etwa Hygienemaßnahmen höhere Kosten als bisher, so der DKG-Chef. Er verwies außerdem auf den Fallzahlrückgang in den zurückliegenden zwei Pandemiejahren. Der DKG-Vorstandsvorsitzende fordert deshalb, dass die Zwei-Prozent-Selbstbeteiligungsregelung der Kliniken im Rahmen des Ganzjahresausgleichs wegfallen muss. „Die meisten Krankenhäuser haben keine finanziellen Reserven, um noch mehr Verluste ausgleichen zu können.“

Zugleich fordert die DKG einen „Bürokratie-Lockdown“. Pflegepersonaluntergrenzen, OPS-Strukturprüfungen und die Abrechnungsprüfung sollten ausgesetzt werden, außerdem müsse es einen Verzicht auf medizinische nicht notwendiger Dokumentationen geben. Diese Forderung hatte bereits in den zurückliegenden Tagen heftige Reaktionen bei den Krankenkassenverbänden hervorgerufen. „Es geht nicht darum, keine Daten zu erfassen, sondern die Dokumentation zu begrenzen, um gute Behandlung zu garantieren“, unterstreicht Gaß. „Omikron wird uns maximal fordern, schon allein durch zu erwartende Personalausfälle aufgrund von Quarantäne und Isolation. In dieser Situation kann man nicht die üblichen Dokumentationspflichten aufrechterhalten.“

Wie umstritten ein "Bürokratie-Lockdown" ist, zeigt die umgehende Reaktion von Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, auf die DKG-Forderungen. „Wenn uns die Pandemie in den letzten zwei Jahren eines gelehrt hat, dann wie wichtig die Transparenz über das tatsächliche Versorgungsgeschehen in den Kliniken ist", so Lanz – und weiter: "Eine Mindest-Behandlungsqualität wird sichergestellt durch Mindestpersonalvorgaben, Transparenz und Prüfung der Vorgänge im Krankenhaus – also alles das, was die DKG nun gern abschaffen will."

Autor

 Jens Mau

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