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DKG fordert Kooperation für die Notfallversorgung

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DKG fordert Kooperation für die Notfallversorgung
© Gettyimages/upixa

Aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) muss die Reform der ambulanten Notfallversorgung für die zukünftige Koalition eines der ersten wichtigen Handlungsfelder sein. Grundlage dafür sei, dass die Notfallversorgung nur in enger, gleichberechtigter Kooperation zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten gelingen kann. Sie soll sich an den "regionalen Bedürfnissen und Möglichkeiten ausrichten", so der Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß. Zuvor sei aber eine Analyse des status quo nötig. 

Das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) hat bereits das Leistungsgeschehen analysiert und dabei auch untersucht, wie sich die Öffnungszeiten der Arztpraxen auf die Verteilung von Notfällen auswirken. Auch die Versorgung in strukturschwachen Gebieten und vor allem die Stadt-Land-Unterschiede wurden untersucht. Dabei war klar erkennbar, dass allein die Vertragsärzte im Rahmen des ambulanten Notdienstes eine flächendeckende Notfallversorgung nicht sicherstellen können und die Krankenhäuser seit Jahren mehr als die Hälfte der ambulanten Notfälle übernehmen. Im Jahr 2018 entfielen von den 19,7 Millionen Notfällen 10,4 Millionen (53 Prozent) auf die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Dieser Anteil ist seit 2013 konstant.

In vielen Regionen gibt es bereits erfolgreiche Kooperationen zwischen ambulanten und stationären Bereichen. Probleme gebe es dort, wo rechtliche Rahmenbedingungen die Kooperationen und das Engagement von Krankenhäusern unterbinden würden. "Wir brauchen eine Reform, die an diesen rechtlichen Sollbruchstellen ansetzt und vorhandene Kooperation stärkt", sagt Gaß. Denn nur gemeinsam könne eine flächendeckende Versorgung rund um die Uhr ermöglicht werden.  

Hinzu kommt, dass die ambulante Notfallversorgung die Notaufnahmen der Krankenhäuser nicht nur personell und organisatorisch belastet, sondern auch ökonimische Probleme verursache. Die Ursache sei die Kalkulationsmethodik des Einheitlichen Bewertungsmasstabs (EBM). Die gesamte Kalkulation der EBM-Ziffern zeige, dass sie nicht für die Refinanzierung der Kosten von Bereitschaftsdiensten beziehungsweise Notaufnahmen angelegt ist, sondern auf die Praxen der Vertragtsärzte. Das spezifische Leistungsspektrum von Notaufnahmen entspreche nicht dem der Vertragsarztpraxen. Die in den Notaufnahmen am häufigsten vorkommenden Leistungsziffern sind deutlich niedriger kalkuliert als die häufigen Leistungsziffern der Vertragsarztpraxen. Aus diesen Gründen finanzieren die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Vorhaltung ihrer Bereitschaftsdienstpraxen. Die Vorhaltekosten fallen aber nicht nur dort an, sondern auch in de den Notaufnahmen der Krankenhäuser. Diese werde von den KVen aber nicht vergütet, heißt es im Bericht des DKI. "Auch hier muss die Reform ansetzen", fordert Gaß.

 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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