Drohende Insolvenz

Drei Szenarien für die Imland Kliniken

  • News des Tages
Drei Szenarien für die Imland Kliniken
Stethoscope and Gavel © GettyImages/artisteer

Um eine Insolvenz der Imland Kliniken in Rendsburg-Eckernförde abzuwenden, hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG jetzt drei mögliche Szenarien für die nähere Zukunft des Hauses vorgelegt. Alle drei sehen Finanzhilfen und Personalabbaumaßnahmen vor. Wie die Imland Kliniken mitteilen, wurde die KPMG AG im Frühjahr dieses Jahres von der imland gGmbH beauftragt, ein sogenanntes IDW S6-Gutachten zu erstellen, um den Kliniken eine positive Fortführungsprognose und die Sanierungsfähigkeit zu bestätigen. Die Entscheidung, welches Szenario in die Umsetzung geht, obliegt dem Kreis Rendsburg-Eckernförde als Eigentümer der Klinik.

In Szenario 1 soll die medizinische Versorgung an beiden Standorten im bisherigen Umfang erhalten bleiben. 46 Millionen Euro müssten die Gesellschafter oder alternativ das Land Schleswig-Holstein hierfür bereitstellen. Die Imland Kliniken müssten rund 100 Vollzeitstellen in den kommenden zwei Jahren abbauen, um die Sanierung sicherzustellen. 

In Szenario 2 würden ebenfalls beide Standorte in der stationären Versorgung bestehen bleiben, aber der Standort Eckernförde würde erheblich verkleinert werden. Es verbliebe nur eine stationäre Basis-Notfallversorgung mit Innerer Medizin, Unfallchirurgie und dem elektiven Gelenkzentrum in Eckernförde. Die Fachbereiche Allgemeine Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Geriatrie und Schmerztherapie würden nach Rendsburg verlagert werden. Die zur Finanzierung erforderlichen Gesellschafterbeiträge lägen bei 42,3 Millionen Euro und bei Imland müssten rund 250 Vollzeitstellen abgebaut werden. 

Im dritten Szenario würde sich der Standort Eckernförde auf die ambulante Versorgung konzentrieren. Als stationäre Einrichtung würde dieser Standort jedoch geschlossen, die stationären Versorgungsangebote würden nach Rendsburg verlagert. Die Kosten für die Gesellschafter lägen bei gut 35 Millionen Euro, ein weiterer Teil der Finanzierung in Höhe von 20 Millionen Euro wäre über Bankkredite möglich. Mehr als 400 Vollzeitstellen müssten in diesem Szenario abgebaut werden.

Die wirtschaftlichen Probleme der Klinik, schreiben die Imland Kliniken auf ihrer Webseite, seien vor allem eine Folge der schlechten Bausubstanz. Verschärft worden sei die Krise durch die Corona-Pandemie.

Autor

 Lena Reseck

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich