Regierungskommission zur Pädiatrie

Finanzspritze noch ohne Finanzierer

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Finanzspritze noch ohne Finanzierer
Carola Reimann © AOK Mediendienst

Der AOK-Bundesverband begrüßt die am Freitag vorgelegten Vorschläge der Regierungskommission zur Reform der Vergütung von Pädiatrie und Geburtshilfe. Kritisch bewertet Vorstandsvorsitzende Carola Reimann allerdings, dass unklar bleibt, wer die entsprechenden Mittel zu Verfügung stellen soll: "Statt zu fordern, dass die Länder ihren Verpflichtungen zur Finanzierung von Investitionen nachkommen oder den Bund für die Sicherung dieser versorgungskritischen Infrastruktur in die Pflicht zu nehmen, wird diese Frage von der Kommission offengelassen." Angesichts der dramatischen Finanzlage der GKV könnten die Beitragszahlenden diese zusätzliche Last nicht auch noch schultern. "Zudem handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die eindeutig aus Steuermitteln zu finanzieren ist. Hier ist der Finanzminister gefragt", so Reimann. Sie lobte, dass die Kommission Spezialisierung und Qualitätsorientierung sowohl in der Pädiatrie als auch in der Geburtshilfe als zentral ansehe. "Insbesondere unterstützen wir das von der Kommission formulierte Ziel, dass geburtshilfliche Abteilungen möglichst immer unter einem Dach mit einer pädiatrischen Abteilung arbeiten sollten. Dies schafft mehr Sicherheit für die werdenden Mütter und die neugeborenen Kinder, denn der Pädiater ist im Notfall direkt vor Ort", so Reimann. Sie favorisiert von den vier vorgelegten Lösungsmodellen für die künftige Finanzierung das Modell C, in dem für jeden versorgten Kopf ein Eurobetrag als Basis pro Jahr festgelegt werden soll

Die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Ursula Felderhoff-Müser, lobt die erarbeiteten Vorschläge. "Mit den vorgelegten Empfehlungen erhält die Politik nun konkrete Möglichkeiten an die Hand, wie die Gelder im Sinne einer langfristig tragfähigen Finanzierung einer qualitativ hochwertigen stationären Versorgung unserer Jüngsten verteilt werden können." Der Kostendruck in Folge der ausschließlich nach ökonomischen Prinzipien ausgerichteten stationären Versorgung habe zu einem erheblichen Personalabbau geführt, gleichzeitig fehlt es an qualifiziertem Personal, insbesondere im Bereich der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. "Die Finanzierung allein durch das Fallzahl-abhängige DRG-System kann vor allem aufgrund der erhöhten Fix- und Vorhaltekosten die Leistungen der Pädiatrie nicht angemessen auffangen. Die Politik erhält mit den Empfehlungen der Kommission gute Ausgangsmöglichkeiten, um den Koalitionsvertrag umsetzen zu können", so Felderhoff-Müser.

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