Corona-Update vom 18.11.2021

Gassen warnt vor Panik, Sachsen erreicht Überlastungsstufe

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Gassen warnt vor Panik, Sachsen erreicht Überlastungsstufe
Andreas Gassen © Regina Sablotny

Corona-Update vom 18.11.2021

+++ Ergebnisse des Corona-Gipfels +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei der Pressekonferenz nach dem Corona-Gipfel von einer besorgniserregenden Situation. Künftig werde der Hospitalisierungsindex als Regelmaßstab für weitere Maßnahmen gelten, so gilt ab einem Hospitalisierungsindex von 3 flächendeckend 2G für Freizeiteinrichtungen und dem Zugang zur Gastronomie, ab 6 2G Plus. Ab einem Index von 9 gelte es, vorbehaltlich der Zustimmung der Landtage "das gesamte Instrumentarium der Möglichkeiten" einzusetzen, so Merkel. Der Index bezieht sich darauf, wie viele von 100.000 Einwohnern in sieben Tagen mit Covid-19 in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Einigung gab es zudem über einen Bonus für Pflegekräfte sowie über eine berufsbezogene Impfpflicht. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst fasste zusammen: "Der Dreiklang heißt 'Vorsicht - Impfen - Testen'

 

+++ Bund will Impfpflicht für Pflegeberufe auf den Weg bringen +++

Laut Informationen des Spiegel hat sich die Bund-Länder-Runde auf die Einführung einer partiellen Impfpflicht verständigt. Demnach sollen alle Mitarbeitenden in Krankenhäusern und Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie in Alten- und Pflegeheimen und bei mobilen Pflegediensten zur Impfung gegen das Corona-Virus verpflichtet werden. In den vergangenen Tagen sprachen sich Verbände und Organisation für eine entsprechende Impfpflicht aus, u.a. der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Ethikrat. [Quelle: Spiegel]

+++ KBV-Chef warnt vor Panik +++

"Die Lage ist schwierig, aber für Panik besteht kein Anlass", erklärt der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Insbesondere von einigen Politikern und Experten würde versucht, die Ampel-Parteien "mit düsteren Szenarien und fast schon hysterisch anmutenden Warnungen extrem unter Druck zu setzen", sagte er im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Krankenhäuser seien ebenso wie die Praxen seit Monaten stark belastet. "Es besteht aber derzeit wohl nicht die Gefahr, dass die Kliniken in ihrer Gesamtheit an ihre Leistungsgrenze stoßen." Die Belegungszahlen seien nach wie vor niedriger als zum Höhepunkt der dritten Corona-Welle. [Quelle: Merkur]

Gassens Äußerungen stoßen bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) auf Unverständnis. "Die Tatsache, dass heute in 100 von 400 Landkreisen maximal ein, und in 50 Landkreisen gar kein Intensivbett zur Verfügung steht, macht die Dramatik der Lage deutlich", sagte Vorstandsvorsitzender Gerald Gaß. Er wirft Gassen vor, den Bezug zur realen Lage verloren zu haben. Den weiteren Anstieg an Covid-Patienten in den Krankenhäusern in den kommenden Tagen könne man "selbst nicht durch den härtesten Lockdown" nicht mehr verhindern. "Wir werden deshalb nicht umhinkommen, die Regelversorgung flächendeckend weiter einzuschränken. Das wird auch für andere Patienten gravierende Folgen haben."

+++ Sachsen erreicht Corona-Überlastungsstufe +++

Sachsen hat die Corona-Überlastungsstufe bei seinen Krankenhausbetten offiziell erreicht. Damit gelten ab Freitag verschärfte Regeln und Kontaktbeschränkungen. [Quelle: RND
Sachsens Krankenhauskoordinator und Chef der Dresdner Uniklinik Michael Albrecht fordert zudem einen 14-tägigen Lockdown, um die drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen iin den Griff zu bekommen. "Meine persönliche Empfehlung wäre: Machen Sie jetzt einen totalen Lockdown für 14 Tage. Lassen Sie uns Luft holen, lassen Sie uns sehen, wie sich die Entwicklung der Fallzahlen dann abschwächen wird", sagte er bei einer Online-Diskussionsrunde mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. [Quelle: T-Online]

+++ Niedersachsens Krankenhäuser fordern Aussetzung von PPUG und MD-Prüfungen +++

"In Anbetracht der sich aufbauenden massiven vierten Corona-Welle müssen die Krankenhäuser von der Politik in die Lage versetzt werden, alle verfügbaren Ressourcen auf die Pandemiebewältigung zu konzentrieren“, fordert Dr. Hans-Heinrich Aldag, Vorsitzender der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG). Sämtliche Sanktionsregelungen hinsichtlich der Pflegepersonaluntergrenzen sollten sofort ausgesetzt werden. Zudem müsse die Prüfquote des Medizinischen Dienstes (MD) auch für 2022 wieder auf 5 Prozent abgesenkt werden. Auch die OPS-Strukturprüfungen seien zwingend um ein weiteres Jahr auf 2023 zu verschieben. [Quelle: NKG]

+++ Immer mehr ­­Kliniken schränken Besuche ein +++

Wegen der Corona-Lage verhängen immer mehr Kliniken ein striktes Besuchsverbot. An der Charité dürfen bis auf wenige Ausnahme nur noch Geimpfte und Genesene Patientinnen und Patienten auf Station besuchen. In den Mönchengladbacher Kliniken Maria Hilf, Elisabeth-Krankenhaus Rheydt, Krankenhaus Neuwerk und des Krankenhauses Bethesda gilt nun eine 3G-plus-Regel. Jeder Besucher braucht dort einen  maximal 24 Stunden alten Schnelltest. Das Negativ-Ergebnis muss dann ergänzend zum Impf- oder Genesenen-Nachweis vorgelegt werden. [Quelle: RP]

+++ Brandenburg: Kleinen Kliniken verlegen Covid-Patienten in größere +++

Auch in Brandenburg laufen die Intensivstationen voll. Das DIVI-Register steht auf rot. Deswegen mussten in dieser Woche viele brandenburgische Covid-Patienten von kleineren in größere Krankenhäuser mit höheren Versorgungsstufen verlegt werden, wie das Gesundheitsministerium Brandenburg mitteilte. Schwerpunktkrankenhäuser haben mehr Betten und gehen über die Grundversorgung hinaus, erklärte Pressesprecher Gabriel Hesse. 

Inzwischen eröffnen immer mehr brandenburgische Krankenhäuser ihre Isolierstationen für Menschen mit Corona-Infektionen wie das Kreiskrankenhaus Prignitz. Andere erteilen Besuchsverbote wie das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus oder verschieben nicht notwendige Eingriffe wie das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow. Das berichtet die dpa am Mittwoch. In Prignitz gibt es außerdem eine Umgangsverordnung, nach der jeder – ob geimpft, genesen oder weder noch – auf Covid getestet werde, wie die Klinik-Sprecherin Jacqueline Braun mitteilt. In der Einrichtung darf ein Patient einen Besucher pro Tag empfangen, ein generelles Besuchsverbot gibt es hier noch nicht. Im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus gilt ein Verbot mit Ausnahmen: Kinder sowie Sterbende dürfen weiterhin besucht werden, bei Entbindungen ist eine Begleitung erlaubt und auch auf Intensivstationen werden in Einzelfällen Ausnahmen gemacht, so Klinik-Sprecherin Anja Kabisch. Das Evangelische Krankenhaus Luckau (Dahme-Spreewald) hat einen Besucherstopp mit Ausnahmen, teilte Klinik-Sprecher Alexander Schulz mit. 

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