Wegen Defizit

Havelberger Krankenhaus schließt

  • Krankenhausplanung
Havelberger Krankenhaus schließt

Die KMG-Klinik in Havelberg wird schließen. Politiker in Sachsen-Anhalt fordern nun Planungssicherheit zur Gesundheitsversorgung. Wie die Volksstimme berichtet, hat die CDU-Fraktion des Landtages für die Sitzung am 9. Juli eine Aktuelle Debatte zum Thema "Gesundheitsversorgung wohnortnah sicherstellen - Gutachten zur investitionsspezifischen Untersetzung der Krankenhausplanung endlich auf den Weg bringen" beantragt. Die Gesundheitsversorgung sei nicht erst seit Corona systemrelevant und sei ein elementarer Bestandteil der Daseinsfürsorge, heißt es in der Begründung der Fraktion. Derzeit werde im Bundesland die Schließung mehrerer Kliniken und Stationen, unter anderem auch das Krankenhaus in Havelberg, geplant. Eine gesicherte Gesundheitsversorgung sei auch im ländlichen Bereich nötig. Dazu sei die Spezialisierung ausgewählter Krankenhausstandorte ebenso erforderlich wie auskömmlich finanzierte wohnortnahe Krankenhäuser oder Portal-Kliniken für die Absicherung der Grundversorgung. 

Hohes Defizit und niedrige Auslastung

Bereits im Januar hatte das Unternehmen die Schließung bekanntgegeben. Einer der Gründe für den Entschluss sei, dass der Standort seit Jahren hoch defizitär arbeite. Seit vielen Jahren könne das Klinikum nicht mehr rentabel betrieben werden, das Defizit liegt durchschnittlich bei rund 1,7 Millionen Euro pro Jahr. Hinzu kommen sinkende Patientenzahlen, die einzig betriebene Station mit 37 Planbetten erreiche keine Vollbelegung. Bereits im April 2018 wurde eine Station geschlossen. Parallel zu den gesunkenen Patientenzahlen sei auch die Fallschwere gesunken. 

Auch zur Pandemiezeit sei die Zahl der Patienten gering. "Momentan sind - auch in Corona-Zeiten - zwischen null und fünf Patienten stationär in diesem Krankenhaus aufgenommen", so Vorstandsvorsitzender Stefan Eschmann in einem Interview mit der Volksstimme im Mai. Es sei an der Zeit, die Energie darauf zu verwenden, ein nachhaltiges Konzept für eine angemessene ambulante oder teilstationäre Versorgung für Havelberg zu erarbeiten. Dies sei zielführend, um eine bedarfsgerechte und nachhaltige medizinische Versorgung in Havelberg sicherzustellen, heißt es weiter. Geplant sei Havelberg als Gesundheitsstandort zu erhalten und das Klinikum in ein Seniorenheim umzugestalten. 

Wann das Krankenhaus geschlossen werden soll, steht aktuell noch nicht fest, spätestens jedoch zum 30. September. "Gegebenenfalls wird es auch shcon deutlich früher geschlossen, wenn es nicht mehr gelingt die Dienste zu besetzen", teilt ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von Bibliomedmanager mit. Derzeit sind in dem Krankenhaus noch 1,7 Ärzte in Vollzeit beschäftigt. Das Seniorenheim soll nach aktuellen Planungen zum 1. Oktober eröffnet werden.

 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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