Gesundheitsversorgung

Krankenhäuser wären vom Gasnotstand massiv betroffen

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Krankenhäuser wären vom Gasnotstand massiv betroffen
© Pixabay/Markus Winkler

Sollte es in Deutschland zu einem Gaslieferstopp durch Russland kommen, müsse damit gerechnet werden, dass es auch zu Einschränkungen in der Gesundheitsversorgung kommen könnte. Seit Montag kommt wegen Wartungsarbeiten an der Nordstream 1 kein Gas mehr nach Deutschland. Laut Tagesschau ist das Angebot an Erdgas "beängstigend knapp", die Speicher sind derzeit zu 63 Prozent gefüllt. 

92 Prozent der Kliniken nutzen neben den anderen Energieträgern Gas zur Wärmeerzeugung. "Sollte im kommenden Winter ein Gasnotstand in Deutschland eintreten, wären die Krankenhäuser von dieser Lage massiv betroffen, denn es ist bis dato nicht politisch sichergestellt, dass auch die Nebenbetriebe wie Wäschereien als vorrangig zu beliefernde Unternehmen bewertet werden. Doch ohne diese Unternehmen wird Versorgung nicht möglich sein", sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft Gerald Gaß am Freitag.

Krankenhäuser sind in den Plänen der Behörden als vorrangig zu beliefernde Unternehmen eingestuft, sollte es tatsächlich zu einer drastischen Einschränkung in der Gasversorgung kommen. Es müsse dennoch damit gerechnet werden, dass es bei einem nachhaltigen Gaslieferstopp durch Russland auch zu Einschränkungen in der Gesundheitsversorgung in Deutschland kommen könnte, da viele Zuliefererbetriebe ebenfalls auf die Primärenergie Gas angewiesen sind, beispielsweise Hersteller von Medizinprodukten oder die Textilwirtschaft, die die Krankenhäuser zum Beispiel mit Wäsche beliefert. Über 80 Prozent der Häuser hätten ihre Wäschereien aus Kostengründen ausgegliedert und an externe Dienstleister vergeben, teilt die DKG mit. Aber auch im Lebensmittelbereich seien die Häuser auf die Belieferung externer Unternehmen, die ebenfalls an der Gasversorgung hängen, angewiesen. "Die Lage könnte sehr schwierig werden, da die komplexen Abhänigkeiten der Krankenhäuser eine Vielzahl von Lieferketten betreffen", so Gaß. 

Seit Jahren appelliere die DKG an Bund und Länder die notwendigen Investitionsmittel für die Umstellung der Energieversorgung und Wärmeerzeugung bereitzustellen. Denn die Krankenhäuser tragen mit fünf Prozent wesentlich zu den deutschen CO2-Emissionen bei und nur sehr wenige Kliniken konnten in den vergangenen Jahren auf erneuerbare Energien umstellen. Das ist auch eine Sache der Finanzierung, denn hochgerechnet fehlen für dieses Vorhaben fast 40 Milliarden Euro, beziffert die DKG. "Wir appellieren in diesem Zusammenhang an die Bundesregierung, zu prüfen, ob aus den Sondervermögen zur Klimaneutralität in Deutschland ein Green-Hospital-Investitionsprogramm aufzulegen ist. Aufgrund der massiven Defizite bei den Investitionsfördermitteln der Länder haben die Krankenhäuser keine Chance, diesen dringend notwendigen Anpassungsprozess aus eigener Kraft zu schaffen", betont Gaß.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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