SAP steigt bei Avelios ein. Im Mittelpunkt stehen ein KI‑nativer Ansatz, die Ablösung von IS‑H sowie der Aufbau einer durchgängig datenbasierten, interoperablen Klinikplattform. Gemeinsam wollen SAP und Avelios Kliniken bei der Modernisierung ihrer IT‑Landschaften unterstützen.
Avelios Medical erhält ein strategisches Investment von SAP. Ziel ist, IS-H zu ersetzen und "gemeinsam den Schritt in eine neue Technologiegeneration zu gehen, die Kliniken bei der IT‑Modernisierung unterstützen soll", teilt Avelios mit. Eine Partnerschaft besteht bereits seit 2025. Keine Angaben machen die Unternehmen dazu, in welcher Höhe sich der IT-Riese SAP finanziell beteiligt.
„Mit dem Investment in Avelios schaffen wir die technologische Basis für eine offene, souveräne Plattform für die Healthcare-Industrie“, sagt Sebastian Steinhäuser, Chief Operating Officer von SAP SE. Ziel sei eine durchgängig datenbasierte Infrastruktur, die moderne Versorgung und KI‑gestützte Prozesse ermögliche.
Avelios will das Kapital vor allem in den Ausbau von Produkt‑ und Delivery‑Strukturen investieren. Das Unternehmen plant, die Voraussetzungen für Rollouts im Enterprise-Maßstab zu stärken. SAP öffnet dem Anbieter dafür sein globales Netzwerk aus Implementierungspartnern und Technologien.
Ausbau eines KI-nativen KIS
Die Partner wollen Krankenhäuser dabei unterstützen, ihre IT‑Landschaften neu auszurichten. Durch die gemeinsame Plattform soll eine Lösung entstehen, die sich in bestehende SAP‑Systeme integrieren lässt und zugleich unabhängig nutzbar bleibt.
„Das Investment von SAP ist ein starkes Signal für die Zukunft der klinischen Digitalisierung“, sagt Christian Albrecht, Mitgründer von Avelios Medical.
Avelios liefert mit seinem KI‑nativen Krankenhausinformationssystem (KIS) die klinische Kernarchitektur der gemeinsamen Plattform. Grundlage ist ein strukturiertes, semantisch konsistentes Datenmodell, das Automatisierung und den Einsatz von KI im klinischen Alltag ermöglichen soll. SAP ergänzt betriebswirtschaftliche Integrationsfunktionen. Dazu zählen etwa Anwendungen für Material‑ und Personaleinsatzplanung auf Basis von SAP‑Agententechnologie.
In der Summe entsteht nach Angaben der Partner eine digitale Infrastruktur, die klinische Abläufe und betriebswirtschaftliche Prozesse auf einer gemeinsamen Basis verbinden soll.
KIS-Hersteller wächst
Avelios Medical arbeitet derzeit für 15 Kunden mit mehr als 70 Krankenhäusern, darunter fünf Universitätskliniken und eine Klinikkette. Die Auftragswerte befänden sich „im Millionenbereich“, heißt es auf f&w-Anfrage. Konkrete Zahlen veröffentlicht Avelios Medical nicht. Im vergangenen Jahr hat Avelios zwei Universitätskliniken als Neukunden gewonnen: die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die Thoraxklinik Heidelberg.
cs
