Marktumbrüche und Reformdruck zwingen Krankenhäuser, ihre KIS-Strategie zu hinterfragen. Ein Update aus der Branche.
Eine Hiobsbotschaft hat im Oktober 2022 den Markt für Krankenhausinformationssysteme (KIS) schwer in Wallungen gebracht: Der Softwarehersteller SAP hat verkündet, in den nächsten Jahren komplett aus dem Klinikmarkt auszusteigen. Konkret: Es gibt keine Nachfolge für SAP IS-H, und die S/4HANA-ERP-Welt bildet das KIS i.s.h.med von Oracle Cerner nicht langfristig ab. Mit dieser Entscheidung sind Kliniken spätestens jetzt gezwungen, ihre KIS-Strategie auf den Prüfstand zu stellen und ihre digitale Zukunftsfähigkeit zu hinterfragen. Zusätzliche Dynamik bringt die anstehende Krankenhausreform, die in den kommenden Jahren vermutlich zahlreiche Fusionen, Kooperationen und Verbundstrukturen – und damit auch KIS-Harmonisierungen – nach sich ziehen könnte.
Anstatt also in gewachsenen IT-Landschaften weiter zu verharren, braucht es mitunter einen solchen Marktimpuls, um strategische Modernisierungsprozesse anzustoßen. „Die Entscheidung für ein neues KIS hat Nürnberg bereits vor den Abkündigungen von IS-H und i.s.h.med getroffen, da nach Einschätzung der Verantwortlichen die Anforderungen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) mit dem bestehenden System nicht erfüllt werden konnten“, sagt Alexander Straube, KIS-Co-Projektleiter im Klinikum Nürnberg. Er koordiniert und begleitet die Ablösung von i.s.h.med und IS-H seit 2024.
Wechsel von Best of Breed zu Best of Suite
Im Frühsommer 2024 fiel mit der Ausschreibung die Entscheidung auf das KIS Orbis von Dedalus. Der Kick-off zur Implementierung folgte schnell. Ganz bewusst hat sich das kommunale Klinikum für einen Best-of-Suite-Ansatz entschieden – also so viele Module wie möglich aus einer Hand. Trotzdem mussten rund 30 Partnersysteme angeschlossen werden – darunter Patientenportal, Labor oder Pathologie. „Alle gewünschten Systeme sind standardisiert angebunden – HL7 beziehungsweise FHIR als Standard gesetzt“, so Straube.
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