Ernst von Bergmann Klinikum

Bergmann Klinikum: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Corona-Ausbruch

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Bergmann Klinikum: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Corona-Ausbruch
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Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen drei leitende Mediziner und die beurlaubte Geschäftsführung des Ernst von Bergmann Klinikums eingeleitet. Ermittelt werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung im Zusammenhang mit dem Covid-19-Ausbruch in der Einrichtung, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Es liegen Anhaltspunkte vor, dass sich Patienten während ihrer stationären Behandlung durch Versäumnisse der Beschuldigten infiziert haben und deswegen einige von ihnen gestorben sind, heißt es weiter. Bis Ende April waren 140 Patienten und 208 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden, 47 Personen sind in der Klinik gestorben.

Nach einem Corona-Ausbruch mit zahlreichen Todesfällen wurden die beiden Geschäftsführer des Klinikums Ende April beurlaubt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stehen sie im Verdacht, weder im Vorfeld des Ausbruchs noch danach geeignete Maßnahmen ergriffen zu haben. Zudem soll versäumt worden sein, kompetente Personen in das Ausbruchsmanagement einzubeziehen.

Den beschuldigten Ärzten wird vorgeworfen, Infektionen und Verdachtsfälle verspätet oder gar nicht an das Gesundheitsamt gemeldet zu haben. Hinzu kommt der Vorwurf wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Dem Gesundheitsamt sei es nicht möglich gewesen, Rückschlüsse auf die Verbreitung zu ziehen oder Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchsgeschehens anzuordnen, "wodurch möglicherweise Infektionen oder gar der Tod von Patienten hätte verhindert werden können", so die Staatsanwaltschaft. 

Mitte Mai hatte eine unabhängige Untersuchungskommission die Aufarbeitung des Ausbruchs begonnen. Dabei ging es auch um die Frage, ob es grundlegende Defizite in Hygiene und Organisation der Klinik gebe. Auch das Klinikum hat die Vorfälle intern aufgearbeitet und im Mai die Ergebnisse an die Behörden vorgelegt. In Zukunft solle die Zusammenarbeit der Krankenhaushygiene und des Betriebsarztes enger verzahnt werden, teilte das Klinikum mit. Gleichzeitig wurden Versäumnisse in Dokumentations- und Meldeprozessen eingeräumt. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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