Marburger Bund/Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände

Tarifkonflikt: Verhandlungen am "toten Punkt"

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Tarifkonflikt: Verhandlungen am "toten Punkt"
© GettyImages/ridvan_celik

Im Tarifkonflikt zwischen dem Marburger Bund (MB) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ist weiterhin keine Einigung in Sicht. Am Donnerstag hat der MB den aktuellen Stand der Verhandlungen bewertet und den Weg für "Arbeitskampfmaßnahmen in den kommunalen Krankenhäusern freigemacht", heißt es in einer Mitteilung.

Seit der letzten Verhandlungsrunde Mitte Februar hatte der MB in zwei Sondierungen mit der VKA versucht, die festgefahrenen Verhandlungen wieder in Schwung zu bringen. Nach Angaben von MB-Verhandlungsführer Christian Twardy seien die Verhandlungen mit dem VKA an einem "toten Punkt" angelangt. "Wir haben in den jüngsten Sondierungen keinen Zweifel an unserer Bereitschaft zu einer Verständigung gelassen. Leider hat die VKA dies nicht in gleichem Maße erwidert und stattdessen den Weg der Obstruktion gewählt. Die Arbeitgeberseite war noch nicht einmal bereit, die Vorteile zu nutzen, die sich aus steuerbefreiten Einmalzahlungen ergeben", sagte Twardy.

Der Weg zu einer Verhandlungslösung sei auf dieser Grundlage verbaut, deshalb müssten nun andere Mittel genutzt werden. "Unsere Mitglieder in den kommunalen Krankenhäusern erwarten substanzielle Verbesserungen ihrer Arbeitssituation und eine ihren Leistungen entsprechende Vergütung. Wenn die VKA partout nicht bereit ist, diesen Forderungen gerecht zu werden, müssen wir darauf entsprechend reagieren", so auch die 1. Vorsitzende des MB, Susanne Johna. 

VKA: Streikankündigungen spiegeln nicht den derzeitigen Verhandlungsstand wider

Aus Sicht der VKA sei die Streikankündigung unangemessen. "Was uns der Marburger Bund vorwirft, ist nicht zutreffend und an den Haaren herbeigezogen", sagt Wolfgang Heyl, Verhandlungsführer und Vorsitzender des Gruppenausschusses der VKA für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in einer Mitteilung. Auch im Rahmen der Sondierungsrunden, die in den beiden vergangenen Wochen stattfanden, hätten die Sozialpartner intensiv über die Themen Ruf- und Bereitschaftsdienste sowie freie Wochenenden gesprochen und Lösungen gesucht. Die VKA habe dabei deutliches Entgegenkommen bei allen Themen signalisiert und mehrere entsprechende Vorschläge unterbreitet, heißt es in der Mitteilung. "Es kann nicht im Sinne der Ärztinnen und Ärzte sein, wie der Marburger Bund nun agiert. Darüber hinaus verkennt die Gewerkschaft die Lebenswirklichkeit angesichts wieder steigender Coronazahlen und die Tatsache, dass mit dem Krieg in der Ukraine nun zusätzliche Belastungen durch Kriegsversehrte auf die kommunalen Krankenhäuser zukommen werden", so Heyl weiter. Er hätte den Eindruck, dass man auf einem guten Weg sei, um letzlich zu einer Tarifeingigung zu kommen. Die angekündigten Streiks würden den derzeitigen Verhandlungsstand nicht widerspiegeln. 

Wann und wo Streiks stattfinden werden, wird der Marburger Bund kurzfristig entscheiden.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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