Bürgerversicherung

PKV-Verband warnt SPD und Grüne

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PKV-Verband warnt SPD und Grüne
Dice symbolize the change from the public health (GKV) insurance to the private health insurance (PKV) in germany © GettyImages/Fokusiert

Die Diskussion um die Bürgerversicherung nimmt Fahrt auf: Das Projekt von SPD und Grünen gefährde die ländliche Versorgung, wettert der Verband der Privaten Krankenversicherer (PKV).

Allein in bayerische Landarztpraxen spülen die Privatversicherten durchschnittlich 71.000 Euro pro Jahr, so der Verband. Die PKV trage insbesondere in den ländlichen Regionen Bayerns überproportional dazu bei, die flächendeckende medizinische Versorgung zu sichern. Bayernweit bringen die überproportionalen Erlöse durch Privatversicherte der medizinischen Versorgung über 2,1 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr. „Dieses Geld kommt vor allem den Ärzten auf dem Land zu Gute. In ländlichen Regionen Bayerns liegt der Realwert dieser Zusatzerlöse je ambulant niedergelassenem Arzt bei über 71.400 Euro pro Jahr, also deutlich höher als in städtischen Regionen mit 62.500 Euro“, schreibt die PKV. Dieser Mehrumsatz entstehe, weil Privatpatienten für viele Leistungen höhere Honorare entrichten als sie bei gesetzlich Versicherten anfallen. Weil Privatversicherte in ländlichen Regionen meist älter sind und häufiger zum Arzt gehen, zugleich aber die Praxiskosten niedriger sind als in den Ballungszentren, sei der PKV-Mehrumsatz auf dem Land besonders wertvoll, so der PKV-Verband.

So hätten zum Beispiel niedergelassene Ärzte im Landkreis Wunsiedel von Privatversicherten Zusatzerlöse im Realwert von durchschnittlich 69.162 Euro pro Jahr, in den Praxen des Großraums München sind es demgegenüber 47.756 Euro. Gleichwohl ist die Ärztedichte in den ländlichen Gebieten niedriger als in den Ballungsräumen. Das zeige: Die geringere Ärztezahl auf dem Land könne nicht an der Zahl der Privatversicherten liegen. 

Diskussion um Bürgerversicherung zu erwarten

Die PKV-Zahlen zielen auf die im Wahlkampf zu erwartende Diskussion um die Bürgerversicherung. Sie ist ein Projekt von SPD und Grünen – Union und FDP lehnen sie ab. Je nach Konstellation müssen sich die Koalitionäre über die Frage, ob man sie einführt oder nicht, verständigen. Die SPD hat in der Vergangenheit gezeigt, dass die Bürgerversicherung für sie Verhandlungsmasse ist. Unklar ist, wie sich die Grünen in Koalitionsverhandlungen verhalten.

Ralf Kantak, der Vorsitzende des PKV-Verbandes, sendet eine deutliche Botschaft: „Wer – wie die Grünen und die SPD – das starke duale System mit dem Wettbewerb zwischen Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung in Frage stellt, gefährdet nicht nur die flächendeckende medizinische Versorgung. Damit würde zugleich die Standortqualität der ländlichen Regionen geschwächt.“

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