Neues Feature

Digitalradar ermöglicht mehr Vergleiche

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Digitalradar ermöglicht mehr Vergleiche
© GettyImages/Jackie Niam

Das Konsortium Digitalradar hat ein neues Dashboard-Feature freigeschaltet. Nun können sich die 1.616 Krankenhäuser, die an der Evaluation zum digitalen Reifegrad teilgenommen haben, auch auf Ebene der Subdimensionen vergleichen. Die Neuerung haben die Digitalradar-Experten Anne Wiesmann, Isabel Vollrath, Sylvia Thun und Alexander Geissler in einem Webinar vorgestellt. 

Bisher war nur der Vergleich innerhalb der sieben Dimensionen („Strukturen und Systeme“, „Resilienz-Management und Performance“, „Organisatorische Steuerung und Datenmanagement“, „Klinische Prozesse“, „Informationsaustausch“, „Telehealth“ und „Patientenpartizipation“) möglich. Das erweiterte Dashboard soll mithilfe des Subdimensions-Tabs den Kliniken mehr Möglichkeiten bieten, sich auf verschiedenen Ebenen mit den unterschiedlichen Häusern in Stadt oder auf dem Land zu vergleichen. Die Vergleiche sind je nach Trägerschaft, Größenklasse, Bundesland oder Bettenanzahl anzeigbar. 

„Ein hohes Ausbaupotenzial“

Im Durchschnitt haben die teilnehmenden Kliniken innerhalb der sieben Digitalradardimensionen 33 Punkte erreicht. So zeige die bisherige Auswertung, dass viele Krankenhäuser bei der Dimension „Strukturen und Systeme“ (55 Prozent) schon auf dem richtigen Weg seien, erklärt Wiesmann. Trotzdem habe "dieser Bereich ein hohes Ausbaupotenzial“. Platz zwei und drei belegen die Dimensionen „Resilienz-Management und Performance“ (45 Prozent) sowie „Organisatorische Steuerung und Datenmanagement“ (41 Prozent). 

Patientenpartizipation: "So gut wie gar nicht vorhanden"

Ein deutlicher Nachholbedarf sei in den Dimensionen der „Klinischen Prozesse“ (39 Prozent), „Telehealth“ (18 Prozent) und „Patientenpartizipation“ (5 Prozent) feststellbar. „In vielen Krankenhäusern zeigt sich, dass die Interoperabilitätskomponenten der klinischen Prozesse noch nicht im ausreichenden Maße vorhanden sind – in diesem Kontext sind vor allem die Bereiche Auftrags- und Medikamentenmanagement und die Entscheidungsunterstützungen ausbaufähig“, verdeutlicht Wiesmann. Hinsichtlich des „Informationsaustauschs“ zeige sich, „dass die systematischen Komponenten der Interoperabilität teilweise vorhanden sind, aber innerhalb der klinischen Prozesse noch nicht implementiert sind“. Die Subdimensionen Informationsaustausch zwischen klinischem Personal und mit Patient:innen seien ausbaufähig, so Wiesmann. Ebenso sehen die Experten Verbesserungspotenzial  bei der „Telehealth“ in der Subdimension des telemedizinischen Austauschs außerhalb von geregelten Organisationsstrukturen. Die ersten Ergebnisse zur Dimension „Patientenpartizipation“ erwecken zudem den Eindruck, dass eine digitale Einbindung der Patienten „so gut wie gar nicht vorhanden ist“, so die Expertin.

Qualitätsprüfung läuft noch

Die endgültigen Ergebnisse der Datenanalyse sollen in den nächsten vier Wochen feststehen. Die Qualitätsprüfung sei noch nicht abgeschlossen, so Wiesmann. Einige Daten werden noch überprüft und validiert. Hierbei könne es zu geringfügigen Veränderungen in den Ergebnissen kommen, wie der Änderung der Anzahl von Krankenhäusern innerhalb der Vergleichsgruppen oder der erreichbaren maximalen Punktzahl auf Basis der Fördertatbestände, des Digitalradar-Scores sowie der Bewertung der klinikinternen Prozesse. Zudem weist Wiesmann darauf hin, dass die Daten nicht eigenmächtig geändert werden. „Es werden lediglich in Absprache mit den Krankenhäusern Änderungen an den Daten vorgenommen, wenn auf Seiten der Krankenhäuser im Nachgang zur Erhebung Fehler aufgetreten sind“, verdeutlicht Wiesmann. Bisher seien Anpassungen bei Schwerpunktversorgern (8), Bundesländern (6), Bettenzahlen (3) und Notfallstufen(5) erfolgt. 

Begleitevaluation

Neben der Digitalradar-Datenanalyse läuft aktuell noch die Auswertung der Begleitevaluation. Dafür haben die Experten mit 30 Kliniken Einzelintierviews zum Evaluationsmodell geführt, darunter freigemeinnützige (14), öffentliche (13) und private Häuser (3). Insgesamt 515 Teilnehmer (31,9 Prozent) haben an der Begleitevaluation teilgenommen. 

Autor

 Anika Pfeiffer

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