Notfallversorgung

Versorgungsrealität mit einbeziehen

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Versorgungsrealität mit einbeziehen
© Gettyimages/deepblue4you

Ende Januar lieferte die Bertelsmann-Stiftung einen Debattenbeitrag zur ambulanten Notfallversorgung. Grundsätzlich begrüßt der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) den Vorstoß der Bertelsmann-Stiftung, sieht aber auch Probleme. Eine Reihe von Empfehlungen sei aus Sicht der Praxis der Krankenhäuser nach wie vor nicht umsetzbar, heißt es in einer Mitteilung des VKD. Die Experten würden von sehr optimistischen Vorstellungen ausgehen, die mit den Anforderungen der Praxis nicht vereinbar seien. Aus Sicht des VKD sei es daher sinnvoll, die Versorgungsrealität rechtzeitig zur Kenntnis zu nehmen und einzubeziehen. 

Zwar sei die Zahl der behandelten ambulanten Fälle gesunken (von 9,1 Millionen im Jahr 2018 auf 9,1 Millionen 2019), dem stehen aber die über die Jahre deutlich angewachsenen Patientenzahlen in den Notaufnahmen der Kliniken gegenüber. Dass die Belastung der Kliniken dadurch nach wie vor hoch sei, liege - neben den fehlenden gesetzlichen Regelungen und Zuständigkeiten der Kliniken die Situation - an dem weiter wachsenden Mangel an niedergelassenen Haus- und Fachärzten. Bei der Betrachtung der rein medizinischen Möglichkeit zur Versorgung im KV-System werde diese Praxissituation regelmäßig ausgeklammert, heißt es weiter. Es stelle sich die Frage, wie der Trend absehbar gedreht werden kann. Aus Sicht des VKD wird dies in den nächsten Jahren nicht möglich sein. 

Der Verband fordert, dass die Länder im Rahmen der Landeskrankenhausplanung darüber entscheiden, welche Krankenhäuser die Versorgungsverantwortung für die ambulante Notfallversorgung übernehmen. Auch eine auskömmliche Vergütung müsse geregelt werden. "Es kann nicht sein, dass die Kliniken für ihre Patientenorientierung über viele Jahre deswegen auch noch Milliardenbeiträge an Defiziten zu akzeptieren haben", so der VKD. Eine Vereinbarung zwischen Land und Kassenärztlicher Vereinigung ohne Beteiligung der Krankenhausseite, die hier erhebliche Leistungen zu erbringen hätte, könne nicht im Sinne einer flächendeckenden, gut funktionierenden ambulanten Notfallversorung sein.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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