Klinikreform

VKD und VLK kritisieren Bertelsmann-Papier

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VKD und VLK kritisieren Bertelsmann-Papier

Der VKD und der VLK üben scharfe Kritik an einer aktuellen Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, der Robert-Bosch-Stiftung und der Krankenkasse Barmer.

Nach Einschätzung des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) zeige das Papier „in wesentlichen Teilen geradewegs in eine völlig falsche Richtung“. Es (s. auch Pressemeldung der Barmer) wurde unter anderem von den Gesundheitsökonomen Boris Augurzky und Reinhard Busse sowie Ferdinand Gerlach und Gabriele Meyer, die dem Sachverständigenrat Gesundheit angehören, verfasst. Die Wissenschaftler plädieren für mehr Konzentration und Spezialisierung im Krankenhausbereich. Bei der Vorstellung des Papiers hatte Professor Busse festgestellt, dass beatmete Patienten in nur 350 Kliniken behandelt worden seien.

Die Zahlen, auf denen die Erkenntnisse beruhten, entsprächen in keiner Weise den Erfahrungen vieler Praktiker, entgegnen die beiden Verbände in einer gemeinsamen Erklärung. „Hier wird eine Kampagne fortgesetzt, die bereits seit längerer Zeit immer wieder reaktiviert wird und die, wenn sie politisch Gehör findet, unsere flächendeckende Krankenhausversorgung in Deutschland, die sich gerade in den vergangenen Monaten bewährt hat, in Gefahr bringt“, so Michael A. Weber, Präsident des VLK. Anders als in der Untersuchung behauptet hätten nicht nur große Häuser die Hauptlast der Versorgung getragen. Aktuell werde ein Drittel der beatmeten Patienten in Häusern der Grund- und Regelversorgung behandelt, so Weber, der sich auf Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) stützt.

Dass der zweite Rettungsschirm der Regierung auf Empfehlung des Corona-Beirats, in dem zwei der Autoren Mitglied sind, deutlich zu klein ausfalle, verwundere angesichts dieses „Richtungspapiers“ nicht mehr, heißt es in der Erklärung weiter. „Die vorgesehene Regelung geht an der Praxis vieler Krankenhäuser völlig vorbei und hätte, wenn sie nicht geändert wird, auch Folgen für die Versorgung der Patienten“, so VKD-Präsident Dr. Josef Düllings.

Trotz „etlicher auch nachvollziehbarer Aussagen und Vorschläge“ sei das Papier „eine Fortsetzung der immer neuen Versuche, die flächendeckende Krankenhausversorgung in Deutschland nachhaltig zu beschädigen und die Klinikversorgung auf wenige Großkrankenhäuser zu konzentrieren“, heißt es weiter.

Autor

 Florian Albert

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