Qualitätssicherung in der Zukunft

IQMG Jahrestagung

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  • 25.01.2017
Ausgabe 12/2014

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Ausgabe 12/2014

Seite 1202

Am 20. November 2014 begrüßte Thomas Bublitz, Geschäftsführer der IQMG GmbH, die Teilnehmer der Jahrestagung in Berlin. Nach 20 Jahren Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen lasse sich feststellen: Qualität wird zum „Dauerbrenner“, so Thomas Bublitz. Auch von der Politik, die im Koalitionsvertrag eine Vielzahl von Qualitätsthemen aufgegriffen habe, gebe es „Rückenwind“ bei diesem Thema. Doch im Zentrum der Tagung stand die Frage: Wie sieht die Qualitätssicherung der Zukunft aus?

Als Konsequenz daraus, dass „Qualität“ in aller Munde ist, häufen sich auch die Veranstaltungen zu diesem Thema. Der IQMG-Verwaltungsrat hat darauf reagiert und freut sich, die Kooperation mit dem 6. Qualitätsforum von Qualitätskliniken.de anzukündigen. Die nächste IQMG-Jahrestagung wird gemeinsam mit dem Qualitätsforum am 23. und 24. Juni 2015 als Qualitätskongress in Berlin stattfinden. Auf der Tagung werden Qualitätsmanagementerfahrungen aus Reha-Einrichtungen und Akuthäusern vernetzt und Expertise gebündelt, wodurch den Teilnehmern ein breiteres Angebot von Vortägen und Workshops angeboten werden kann. Der Fokus liegt auf Best Practice und Transparenz.

Was gibt es Neues aus dem IQMG?

Die praxisbezogene Seminarreihe wird auch im Jahr 2015 fortgesetzt, als neue Seminare werden die aktualisierte DIN EN ISO 9001:2015 sowie Diversity Management und IQMP-Reha angeboten. Weiterhin wird es ab 2015 ein neues QM-Verfahren geben: IQMP-kompakt. Dr. Ralf Bürgy, stellvertretender Vorsitzender des IQMG-Verwaltungsrats, stellte das neue Verfahren vor.

Perspektiven zur Qualität in der Rehabilitation

Als Einstieg in das Thema der Jahrestagung legte Prof. Uwe Koch-Gromus, wissenschaftlicher Leiter der IQMG GmbH und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften, den Fokus seines Beitrages auf die Erwartungen von Patienten an die Qualität von Reha in der Zukunft. Was wollen und was brauchen Patienten und wie kann Qualität weiterhin bestmöglich sichergestellt werden?

Als Beispiel für Instrumente der Qualitätssicherung wurden die Leitlinien gewählt. Prof. Greitemann, Leiter der Klinik Münsterland und Vorstandsvorsitzender des Nordrhein-Westfälischen Forschungsverbundes Rehabilitationswissenschaften und Leitlinienkoordinator der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften, referierte zur theoretischen Bedeutung und beleuchtete Hintergründe und Entwicklungsschritte der Entstehung von Leitlinien.

Anknüpfend stellte Prof. Volker Köllner, Chefarzt der Fachklinik für Psychosomatische Medizin, MediClin Bliestal Kliniken, die praktische Umsetzung und den konkreten Nutzen von Leitlinien dar.

Die Frage, wie Patientenschulungen aufgebaut werden sollten, beleuchtete Prof. Hermann Faller, Leiter der Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften der Universität Würzburg, mit seinem Vortrag von einer weiteren Seite. Problematisch scheint noch immer oder wieder der Austausch zwischen Patienten und den sie behandelnden Ärzten und Ärztinnen zu sein. Kommunikation und Interaktion bleiben also wichtige Themen in der Rehabilitation. Patienten wünschen sich, informiert und bei Entscheidungen einbezogen zu werden. Dies kann in Patientenschulungen thematisiert werden.

Von der Möglichkeit für intensiven Austausch mit den Referenten jenseits des Vortragssaales haben die Teilnehmer bei „Meet the Expert“-Gesprächen gerne Gebrauch gemacht.

QM und QS zwischen Theorie und Praxis

Am Nachmittag des ersten Tages hatten die Teilnehmer Gelegenheit, den ersten Durchgang der Workshops zu besuchen. Die Workshops dienen der Vertiefung von Qualitätsmanagement- und Qualitätssicherungs-Themen, aber auch der kritischen Reflexion und Diskussion: funktionieren die bisherigen QM/QS-Instrumente, welche Schwierigkeiten ergeben sich in der Umsetzung?

Konkrete, praxisnahe Anregungen zu Instrumenten des Qualitätsmanagements gab es in den Workshops von Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg (Bereichsleitung Sana QualitätsMedizin, Sana Kliniken AG) und Sönke Seeler (QM-Regionalverantwortlicher, Konzernbereich Qualität, Asklepios Kliniken GmbH). Dr. Haeske-Seeberg berichtete über den Bedarf an Ressourcen, Möglichkeiten für Verbesserungen wie auch über Änderungsbedarf für das QM-System. Sönke Seeler klärte die Teilnehmer über die Vorbereitung eines Audits und seine Durchführung auf.

Erwartungen der Deutschen Rentenversicherung wurden im Workshop 3 thematisiert, in dem Herr Lindow (Bereich 0430 Reha-Qualitätssicherung, Epidemiologie und Statistik, Deutsche Rentenversicherung Bund) die Entstehung und Hintergründe des Ergebnisberichts erläuterte und den Fokus auf die Lesbarkeit und Ableitung von Verbesserungsmöglichkeiten in der jeweiligen Einrichtung legte. Er stellte klar, dass keine Klinik an beiden QS-Verfahren (GKV/DRV) teilnehmen muss und auch nicht kann.

Die Möglichkeiten von Train-the-Trainer-Seminaren und Patientenschulungen wurden im Workshop von Herrn Dr. Vogel (Abteilung für Medizinische Psychologie und Rehabilitationswissenschaften, Universität Würzburg und Zentrum Patientenschulung e.V.) anschaulich dargestellt.

In Workshop 5 stellten Dr. Marco Streibelt (Abteilung Rehabilitation, Koordination und Weiterentwicklung der medizinischen Rehabilitation und der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, Deutsche Rentenversicherung Bund,) und Prof. Barth (Ärztlicher Direktor Hamm-Kliniken GmbH & Co. KG) das Konzept MBOR vor. Mit den Teilnehmern wurde rege diskutiert, wie die Umsetzung medizinisch-beruflich orientierter Rehabilitation wirklich funktionieren kann. Teilnehmern wurden Tipps für ihre strategischen Überlegungen gegeben, wie sie ein MBOR-Konzept für ihre Klinik entwickeln und einführen können. Besprochen wurde etwa die Frage, ob es sinnvoll ist, dass die MBOR-Patienten vor der Reha-Maßnahme nicht durch die DRV-Bund aufgeklärt werden, dass sie eine besondere Form der Reha-Maßnahme erhalten. Dies bleibt den Kliniken vor Ort überlassen. Die DRV-Bund möchte den Patienten lieber eine persönliche Aufklärung ermöglichen. Wenn der Versicherte eine MBOR dann nicht möchte, kann er sie ablehnen.

Am zweiten Tag hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, einen weiteren Workshop zu besuchen. Zum Abschluss gab der „Ermutiger“ Johannes Warth eine humorvolle Bilanz und eine Einschätzung von Qualitätsmanagement auf ganz eigene Art. Mit Esprit und artistischen Einlagen legte er allen nahe, die eigenen Einstellungen zu hinterfragen und immer wieder Neues zu wagen, denn: Mut tut gut. Seine schwäbische Übersetzung von IQMG war: „I koas – mir glaoubets!“

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