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  • 27.01.2022

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Ausgabe 2/2022

Seite 184

Die neue Ampelkoalition ist da. Eines der Vorhaben: „In einer regelmäßig fortgeschriebenen Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen und in der Pflege legen wir einen besonderen Fokus auf die Lösung von Versorgungsproblemen und die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer.“

Die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung hat in der vorigen Legislatur Fahrt aufgenommen. Doch trotz der elektronischen Patientenakte, der DiGAs oder des Krankenhauszukunftsgesetzes fehlte es an einer Strategie, die alle Maßnahmen sinnvoll miteinander verknüpft und die alle Akteure mitnimmt. Eine nachhaltige digitale Transformation aber gelingt nur mit einer vernetzten, integrierten Gesundheitsinfrastruktur. Die Pläne für eine Digitalisierungsstrategie der noch jungen Ampelkoalition wecken somit große Erwartungen.

Die digitale Transformation der Gesundheitswirtschaft führt langfristig dazu, dass alles mit allem vernetzt ist. Mit einer darauf ausgerichteten Strategie könnte dieser Wandel schneller, aber vor allem gezielter und nachhaltiger voranschreiten. Gleichzeitig bringen digital gespeicherte Daten und vernetzte Geräte neben großen Chancen auch Risiken mit sich, die es zu minimieren gilt. Wenn Prozesse im Krankenhaus und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mittels Digitalisierung verbessert werden, bedeutet das eine Vielzahl miteinander vernetzter Geräte. Das Risiko, dass schädliche Software in das Netzwerk eindringt, steigt dadurch. Was hier häufig fehlt, ist ein Bewusstsein für das Thema Cybersicherheit – und was dafür getan werden muss. Cybersicherheit muss in Zukunft noch viel höher als bisher auf der Agenda aller Beteiligten stehen und dabei insbesondere ein Teil der Digitalisierungsstrategie sein.

Wie das konkret aussehen kann? Auf der technischen Ebene: Für Medizintechnikhersteller sind die in der europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR) gesetzlich geregelten Anforderungen die Basis, um die notwendige Sicherheit der Geräte zu erreichen. Hinzu kommen muss ein Sicherheitsmanagement für das IT-Netzwerk der Gesundheitseinrichtung durch den Anwender. Die Medizintechnik allein kann keinen umfassenden Schutz leisten.

Auf der Umsetzungsebene: Bei der Digitalisierungsstrategie ist es besonders wichtig, dass alle beteiligten Akteure zusammenarbeiten und Cybersicherheit als das sehen, was es schon immer ist: Teamarbeit. Dazu gehört auch, dass Cybersicherheit keine einmalige Investition in eine Software ist, die gesetzliche Richtlinien erfüllt. Es ist immer ein aktiver, kontinuierlicher Prozess, der auch die regelmäßige Schulung des Personals beinhaltet.

Die häufigsten Fragen rund um die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung sind mit dem Risiko unzureichender Datensicherheit oder der Sorge vor mangelnder Akzeptanz in der Bevölkerung verbunden. Deshalb braucht es im ersten Schritt Vertrauensbildung und Aufklärung. Wir müssen sicherstellen, dass die medizinischen Anwenderinnen und Anwender ebenso wie die Patientinnen und Patienten die Angst vor Cyberangriffen und das große Potenzial der Digitalisierung in Balance sehen. Gleichzeitig ist es an Krankenhausbetreibern, IT-Verantwortlichen, Medizintechnikherstellern und der Politik, für ein aktuelles Maß an Cybersicherheit zu sorgen. Dann kann eine Digitalisierungsstrategie erfolgreich greifen.

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