Fundraising entwickelt sich zu einer tragenden Finanzierungssäule in Krankenhäusern. Bereits überschaubare Investments zahlen sich aus – wenn gute Spendenprojekte genutzt werden, Prioritäten gesetzt sind und die Chefetage Rückendeckung gibt.
Wie steht es um das Fundraising in deutschen Kliniken? Eine aktuelle Onlinebefragung liefert Einblicke. Die Ergebnisse erscheinen im Februar als „Fundraising Kompass 2026“. Vorgängerstudien aus 2012 und 2016 wurden ebenfalls in f&w veröffentlicht. Die wichtigsten Ergebnisse werden hier vorab vorgestellt.
Mehr als 80 Prozent der teilnehmenden Krankenhäuser betreiben Fundraising – über alle Versorgungsstufen hinweg, einschließlich kleinerer Häuser. Gleichzeitig gibt es in der Erhebung weiterhin eine Minderheit von Kliniken, die systematisches Fundraising noch nicht etabliert haben. Von den aktiven Häusern sind rund zwei Drittel seit mehr als fünf Jahren kontinuierlich im Fundraising tätig. Damit nimmt die strukturierte Spendenakquise in immer mehr Kliniken eine feste Rolle ein, sowohl zur Finanzierung strategisch wichtiger Projekte und als auch zur Stärkung von Versorgungsqualität, Innovation und Reputation.
Die teilnehmenden Kliniken erzielen im Fundraising durchschnittlich rund 800.000 Euro an Spendeneinnahmen pro Jahr. Das ist nahezu eine Verdopplung gegenüber der Erhebung aus dem Jahr 2016. Die Spannweite ist groß und reicht von knapp unter 100.000 Euro bis zu mehreren Millionen Euro jährlich. Knapp ein Drittel der Häuser erreicht inzwischen ein jährliches Spendenvolumen von über einer Million Euro.
Auf der Kostenseite liegen die Aufwendungen inklusive Personal- und Sachkosten zwischen unter 50.000 Euro und über 500.000 Euro. Im Durchschnitt betragen die Kosten etwas unter 110.000 Euro. Insgesamt ergibt sich daraus ein überzeugender ROI von über 6:1: Jeder investierte Euro generiert mehr als sechs Euro an Spendenerträgen. Fundraising erweist sich damit als hochattraktiver Hebel zur Finanzierung strategischer Vorhaben und kann zu den wirtschaftlich rentabelsten Bereichen im Klinikum zählen.
Fundraising ist eigenständig verankert
Die organisatorische Verankerung des Fundraisings hat sich seit der Erhebung 2016 deutlich weiterentwickelt. In den meisten Kliniken ist Fundraising heute zentral und eigenständig organisiert, etwa in eigenen Abteilungen, über Förderstiftungen oder -vereine sowie in kombinierten Modellen. Deutlich seltener ist es ausschließlich in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verortet. Dies trifft nur noch auf rund ein Viertel der Häuser zu. Das ist ein klares Signal, dass Fundraising zunehmend als strategische Managementfunktion verstanden wird. Die personelle Ausstattung bleibt dennoch meist schlank. Im Durchschnitt stehen pro Klinik rund 1,3 Vollzeitäquivalente zur Verfügung. Angesichts des sehr guten Einnahmen-Kosten-Verhältnisses kann eine gezielte personelle Verstärkung ein wirksamer Hebel sein, um zusätzliche Potenziale zu heben und die Einnahmen weiter zu steigern.
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