Inklusion

Mehr Aufmerksamkeit für eine Minderheit

  • Strategie
  • Management
  • 09.12.2025

f&w

Ausgabe 12/2025

Seite 1103

Am KEH arbeitet man daran, entsprechende Strukturen für Menschen mit Behinderung zu schaffen.

Auch Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung können vielfältig erkranken und haben Anspruch auf die bestmögliche evidenzbasierte Versorgung. Stationäre Strukturen sind jedoch nicht gut auf diese Klientel abgestimmt. Best Practices gibt es hier meist in konfessionellen Häusern.

Für Andreas Berger liegt es auf der Hand: „Wir brauchen nicht nur ein demenzfreundliches, sondern auch ein inklusionsfreundliches Krankenhaus“, sagt der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin. Am KEH arbeitet man daran, entsprechende Strukturen zu schaffen, für die meisten Krankenhäuser ist die besondere Versorgung von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung oder komplexer Mehrfachbehinderung jedoch kein Thema.

Ein Medizinisches Zentrum für Menschen mit Behinderung (MZEB) halten einige Kliniken als ambulante Struktur vor, häufig fehlt hier aber eine Anbindung an die somatische Medizin. Im stationären Setting gibt es bislang kaum Angebote.

Das Gegenteil von kompetenten, mündigen Patienten

Zwar handelt es sich um eine vergleichsweise sehr kleine Patientengruppe – in Deutschland leben etwa 850.000 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung – , jedoch um eine in größerem Umfang benachteiligte.

„Es ist schwer, diese Patienten ‚zu lesen‘, schwer zu deuten, was ihnen fehlt“, sagt Berger. Schreit der Patient aufgrund von Schmerzen wegen einer akuten somatischen Erkrankung? Liegt die Ursache in einem psychiatrischen Problem? Oder ist das Verhalten syndromassoziiert?

Fehldiagnosen, wiederholt unnötige Klinikaufenthalte

Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung oder mehrfacher Behinderung können sich meist nicht adäquat ausdrücken. Sie sind das Gegenteil vom kompetenten, mündigen Patienten – und werden deshalb oft schlechter und nicht leitliniengerecht versorgt. Fehldiagnosen, wiederholte unnötige Klinikaufenthalte, mangelhafte Vorsorge, zu spät entdeckte Tumorerkrankungen sind die Folgen.

„Häufig werden solche Patienten fälschlicherweise psychiatrisch eingewiesen“, berichtet Berger. „In Unterlagen der Notaufnahme steht dann: Er oder sie entzieht sich der Behandlung, ist nicht kooperativ.“

ZIBB am KEH

Das Zentrum für Inklusive Medizin Berlin-Brandenburg (ZIBB) mit KEH und Epilepsieklinik Tabor leistet als Alleinstellungsmerkmal die länder-, träger- und sektorenübergreifende medizinische Versorgung und Behandlung von Menschen mit angeborenen beziehungsweise erworbenen intellektuellen Beeinträchtigungen, einer Autismus-Spektrum-Störung beziehungsweise komplexen schweren körperlichen Mehrfachbehinderungen in Berlin und Brandenburg und darüber hinaus. Ambulant wie stationär, somatisch, psychiatrisch und neurologisch-epileptologisch werden die Patientinnen und Patienten im ZIBB von spezialisierten Teams behandelt.

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