Gegen viel Widerstand hat Thomas Lippmann das Schongauer Krankenhaus in ein Gesundheitszentrum umgewandelt und damit getan, was die Bundespolitik wünscht. Ein funktionierendes Geschäftsmodell bleibt diese aber bislang schuldig.
Herr Lippmann, wie steht es um die wirtschaftliche Lage der Kreiskliniken Weilheim-Schongau?
Die Situation bleibt herausfordernd. Beide Standorte verzeichnen seit zwei bis drei Jahren ein Defizit zwischen 10 und 12 Millionen Euro, was die kommunalen Haushalte erheblich belastet. Das ist mehr als ein betriebswirtschaftliches Problem, das ist ein Systemfehler. Die Finanzierung der Krankenhäuser krankt, das sieht man inzwischen branchenweit. Früher prägten Medizintechnik und Robotik Kongresse. Heute stehen dort Insolvenzanwälte und -berater.
Was hat sich trotz der Verluste verbessert?
Die Lage ist stabiler, als sie ohne unsere Maßnahmen wäre. Ohne Spezialisierung und Fokussierung hätten beide Standorte heute ein Defizit von rund 20 Millionen Euro. So hart es klingt: Der Einschnitt hat Schlimmeres beziehungsweise eine Insolvenz verhindert. Zur Wahrheit gehört aber auch: Rund 50 Prozent des Defizits entstehen in Weilheim und 50 Prozent in unserem Gesundheitszentrum „SO Gesund“ in Schongau. Gleichzeitig erwirtschaftet Weilheim etwa 70 bis 80 Prozent des Umsatzes. Das verdeutlicht die Herausforderung von Transformation bei sich ständig wandelnder Gesetzgebung und fehlenden Bundesregelungen.
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Kreiskliniken Weilheim-Schongau
Die Kreiskliniken in Weilheim-Schongau durchlaufen seit vielen Jahren einen Restrukturierungs- und Sanierungsprozess. Unter anderem hatte 2022 ein Bürgerentscheid gegen die Zentralkrankenhaus-Pläne und damit für den Erhalt beider Häuser in Weilheim und Schongau gestimmt. Inzwischen ist der Standort Schongau in ein Gesundheitszentrum umgewandelt worden. Für 2026 und die Folgejahre rechnet der Kreis mit Betriebskostenzuschüssen von rund 10 bis 12 Millionen Euro, plus 3 Millionen Euro Zuschüssen für Investitionen. In Weilheim werden jährlich rund 8.700 vollstationäre Fälle und knapp 20.000 ambulante Fälle versorgt.
