Weniger Bürokratie, mehr Qualität: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Dokumentation bei Arzt-Patienten-Gesprächen soll das Personal entlasten. Die Einführung in den Klinikalltag ist aber noch lange kein Selbstläufer.
Ärzt:innen in Krankenhäusern verbringen einen erheblichen Teil ihrer täglichen Arbeitszeit mit dem Tippen von Dokumentationen am PC – viel Zeit, die sie lieber den Patient:innen zugutekommen lassen würden. KI-unterstützte Tools bieten die Möglichkeit, bei der Sprachdokumentation erheblich Zeit zu sparen. Eine Reihe von Herstellern bietet entsprechende Softwareprodukte für Arzt-Patienten-Gespräche an. Fortlaufend werden auch neue Hardware und KI-Tools mit weiterführenden Funktionen wie die digitale Visite erprobt und optimiert.
Namensschild für den Kasack
In zwei Krankenhäusern der St. Franziskus-Stiftung in Hamm und Münster wird derzeit ein KI-Produkt der dänischen Firma Conti AI getestet. „Mit Ambient Listening wollen wir bei der Dokumentation Zeit sparen, damit sich die Ärzt:innen wieder vollständig auf ihre Patienten konzentrieren können“, berichtet der Leiter des Instituts für Krankenhausinnovationsmanagement Münster (IKiM) an der St. Franziskus-Stiftung Münster, Marc Heiderhoff. Die Qualität der Arzt-Patienten-Gespräche werde durch den Einsatz von KI deutlich erhöht und das ärztliche Personal spürbar von bürokratischen Aufgaben entlastet.
Das Besondere an dieser Software sei, dass die KI immer in dem Dokumentationsprozess da ist, wenn man sie brauche, sagt Heiderhoff. Die Stiftung hat für die KI-Unterstützung mit einem weiteren Kooperationspartner, die ArInLaS GmbH, ein smartes Namensschild namens AiLA entwickelt, das an den Arztkitteln oder dem Kasack befestigt wird. „Damit können die Ärzt:innen das KI-Tool nicht nur überall in der Klinik einsetzen, sondern sie haben auch beide Hände frei“, erläutert der IKiM-Leiter, der mit einem Partner die Idee mit dem Namensschild hatte und ArInLaS gründete.
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