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Rhön ändert KI-Strategie nach Watson-Aus

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Der private Krankenhausbetreiber Rhön Klinikum hat nach dem Scheitern des Kooperationsprojekts mit IBM Watson seine Strategie für derartige Projekte geändert. Eine Lehre sei es, dass man die Zügel jetzt viel stärker selbst in der Hand halte und sich nicht auf vorgefertigte Bausteine einlasse, sagte der Vorstandsvorsitzender Stephan Holzinger am Wochenende in einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Bei Watson habe sich die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit als „so groß erwiesen, dass wir rasch unternehmerisch handeln mussten. Die Zusammenarbeit wurde nach anderthalb Jahren beendet.

Bereits in der März-Ausgabe von f&w hatte Holzinger davor gewarnt, sich „nicht von jedem anbieter- und beratergetriebenen Hype“ blenden zu lassen. Vor allem im Verständnis des wichtigsten Informationsträgers in der Medizin, der menschlichen Sprache, seien die aktuellen Technologien noch limitiert. „Komplexe Deutung, Wertung und das Ziehen von über den Text hinausreichenden Schlussfolgerungen beherrschen KI-Systeme auf diesem Gebiet noch nicht. Die medizinische Fachsprache bleibt in Verbindung mit der Fülle vorwiegend unstrukturierter Daten zumindest in naher Zukunft eine große technische Herausforderung.“ Mittlerweile setzt Rhön auf eine KI-basierte Suchmaschinen-Technologie, die den Ärzten helfen soll, die wichtigsten Informationen eines Patienten schnell zu finden und zu erkennen. 

Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass IBM bis zu 70 Prozent seiner Mitarbeiter aus dem Bereich Watson Health entlassen hat. Auf Twitter hatte Bart de Witte, Director Digital Health IBM DACH, danach erklärt, dass IBM weiterhin auf Watson aufbaue und auf zahlreiche offene Stellen auf der offiziellen IBM-Jobplattform verwiesen. 

f&w hat in der April-Ausgabe eine umfangreiche Analyse zum aktuellen Stand von KI im Krankenhaus veröffentlicht. Einerseits zeigten sich Experten wie Michael Dahlweid, Chief Technology & Innovation Officer bei der Inselgruppe in Bern und ehemaliger Manager von GE Healthcare, überzeugt, dass es künftig kein Fachgebiet und keine Industrie mehr geben wird, die KI-basierte Technologien nicht einsetzen werden.

Anderseits warnen Kritiker vor zu hohen Erwartungen und einer zu großen Abhängigkeit vor dem Sillicon Valley. "Es gilt, bei allen Heilsversprechen und Marketing-Präsentationen im Hinterkopf zu behalten, dass diese Hersteller vor allem an Marktanteilen interessiert sind und bei Fragen der Technologie das Silicon-Valley-Prinzip 'fake-it-until-you-make-it' zum Tragen kommen mag", sagte der Informatiker der TU München, Björn Menze, im Interview mit f&w. Zudem kämpften viele intelligente Systeme noch immer mit den Tücken einer fragmentierten Gesundheits-IT-Landschaft oder fehlenden Schnittstellen und unterschiedlichen Dateiformaten. 

Autor

 Florian Albert

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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