Tarifverhandlungen Marburger Bund/VKA

Zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

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Zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis
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Die Tarifgespräche für die mehr als 55.000 Ärzte in kommunalen Krankenhäusern zwischen dem Marburger Bund (MB) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) endeten auch in der zweiten Verhandlungsrunde ohne Ergebnis. "Intensiv, aber unergiebig", resümiert Christian Twardy, Verhandlungsführer des Marburger Bundes den zweiten Verhandlungstag.

Vor allem beim Thema Bereitschaftsdienst scheint es keine Einigkeit zu geben. Im seit 2020 gültigen Tarifvertrag hatten die Klinikärzte ausgehandelt, dass Ärzte zwei Wochenenden im Monat frei haben müssen und nicht mehr als vier Bereitschaftsdienste im Monat haben dürfen. Die Kliniken würden sich jedoch nicht wirklich an diese Regel halten, da sie aufgeweicht werden könnte, wenn die Patientensicherheit gefährdet sei. Diese unklare Definition im derzeit gültigen Tarifvertrag würden die Kliniken massiv ausnutzen, berichtete bibliomedmanager im September. Die Forderung des MB: Notfälle sollen in diesem Zusammenhang nur Ausnahmefälle sein. „Die VKA stellt sich immer noch auf den Standpunkt, eine trennschärfere Begrenzung von Bereitschaftsdiensten würde die Arbeit an Krankenhäusern deutlich erschweren. Das Gegenteil ist richtig: Eindeutige, verbindliche und leichter handhabbare Regelungen schaffen Rechtsklarheit und führen zu mehr Arbeitszufriedenheit", so Twardy. Aus Sicht des VKA zeige der MB wenig Verständnis für die Besonderheiten kleiner Häuser und Abteilungen. "Die geforderten Verschärfungen bei den Bereitschaftsdiensten und den freien Wochenenden sind nicht umsetzbar, ohne den Fortbestand von kleineren kommunalen Kliniken und kleineren Abteilungen zu gefährden. Die erst in der vergangenen Tarifrunde vereinbarten Regelungen zur Begrenzung von Bereitschaftsdiensten stellen viele Häuser heute schon vor große Herausforderungen“, sagt Jürgen Jung, stellvertretender Vorsitzender des Gruppenausschusses der VKA für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. 

Die nächste Verhandlungsrunde ist für Mitte Dezember angesetzt. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes, fordert konkrete Vorschläge der VKA zur Präzisierung der Obergrenzen für Bereitschaftsdienste, zur Limitierung der Rufbereitschaften und zur Erhöhung der Gehälter. „Die kommunalen Arbeitgeber müssen jetzt ihre Hausaufgaben machen und sich endlich aus ihrer starren Defensive herauswagen. Nur dann können Ergebnisse erzielt und eine Verschärfung des Tarifkonflikts vermieden werden“, sagte Botzlar. Die VKA will die Arbeitsbedingungen der Ärzteschaft auch weiterhin attraktiv halten, ohne die finanziell schwierigen Rahmenbedingungen aus den Augen zu verlieren.

Mehr zum Thema

Die Rufbereitschaft ist bei Klinikärzten beliebt. Die Gewerkschaft Marburger Bund (MB) fordert in den Tarifverhandlungen mit den kommunalen Kliniken nun eine Beschränkung und eine bessere Vergütung der Rufbereitschaft. Im Interview nimmt Wolfgang Heyl, Verhandlungsführer der kommunalen Kliniken, Stellung zu den MB-Forderungen. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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