Vernetzungsplattformen

Im offenen Dialog Potenziale ausschöpfen

  • Digitalisierung
Im offenen Dialog Potenziale ausschöpfen

TI, KIM oder ePA – dass eine Steigerung von Innovation und Produktivität im Gesundheitswesen durch den Einsatz digitaler Plattformen Potenzial hat, das zeigt eine Studie im Auftrag von Siemens Healthineers. So könnten Plattformen Versorgungsziele und -szenarien gezielt unterstützen. "Solche Ziele und Szenarien ermöglichen den Zuschnitt auf gesundheitsökonomisch relevante Bevölkerungsgruppen, die sich sowohl für ein Fall- und Populationsmanagement eignen als auch gezielte IT-Umsetzung über Primärsysteme und Plattformen tragfähig machen. Die Versorgung von Chronikern, Multimorbidität, Prävention und Akutversorgung sind typische Versorgungsszenarien im Gesundheitswesen mit einem hohen Ausgabenvolumen, welche als Muster dienen können", heißt es in den Ergebnissen. Die entsprechenden Leistungsbausteine sollten sich entlang einer abgestimmten Versorgungskette standardisierter Versorgungsszenarien ausrichten. Die Plattformtypen - Entwicklungs- und Produktplattformen, Integrationsplattformen, Vernetzungsplattformen - haben unterschiedliche Ansatzpunkte, bei denen sie ihren Nutzen entfalten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass durch den kombinierten Einsatz der Plattformtypen ganze Versorgungsketten effektiv unterstützt werden könnten. Mischformen aus analogen und digitalen Leistungen wie Blended Care bieten unter anderem Produktivität durch optimale Ressourcenallokation des eingesetzten Personals und digitaler Leistungen. Karsten Köppler, Autor der Studie, sieht die Potenziale vor allem im Abbilden von Tarifen und der Versorgung. Voraussetzung hierfür sei eine eng verzahnte Vernetzung in einer Art Ökosystem zwischen Bürgern, Leistungserbringern und Kostenträgern. Zudem sei laut Köppler eine Coopetition – also ein gemeinsames Verständnis der Akteure – des Gesetzgebers, der Leistungserbringer, der Kostenträger, der Industriepartner, Kommunen und der Bürger notwendig.

Jedoch sei ein solches Ökosystem noch gar nicht plattformreif, kritisiert Laura Wamprecht, Geschäftsführerin des Dienstleisters Flying Health und Mitautorin der Studie, bei der Präsentation der Ergebnisse. Laut Wamprecht fehle es vor allem an den Schnittstellen. Der gestartete Strategieprozess zur Digitalisierung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) will sich unter anderem dieser Frage annehmen. Sebastian Zilch, Unterabteilungsleiter Gematik, Telematikinfrastruktur, eHealth des BMG, erkennt vor allem in der Kollaboration von Datenökosystemen mögliche Mehrwerte. "Wir sind in einem System der Selbstverwaltung gefangen. Diese Systeme müssen wir zusammenbringen. Dafür brauchen wir Digitalisierungsstandards – Regeln und Vorgaben", so Zilch zur gestarteten Strategie des BMG. "Wir bekommen aktuell viele Meinungen rein, und schauen dann, wo die Reise hingehen soll. Wir brauchen die Akteure und das Commitment, denn wir haben viele Strukturen, die wir neu ausrichten können." Zudem verweist der Digitalisierungsexperte auf den Interop Council, der die Interoperabiltität im Gesundheitswesen seit diesem Jahr auf den Prüfstand stellt. Wichtig sei ein offener Dialog, verdeutlicht Zilch. 

Autor

 Anika Pfeiffer

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