Digitalstrategie

Lauterbach will "Architekturfehler" bei TI-Projekten beheben

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Lauterbach will "Architekturfehler" bei TI-Projekten beheben
© BMG/Thomas Ecke Berlin

Im Koalitionsvertrag verspricht die Ampelregierung in Berlin eine Digitalstrategie fürs Gesundheitswesen. Dieser Prozess hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nun – unter Beteiligung aller relevanten Gruppen – angestoßen. Die Strategie soll in einigen Monaten stehen. Beim Auftakt in Berlin erläuterte Lauterbach, dass er nicht alles weiterverfolgen wolle, was sein Vorgänger angestoßen hat. Oft seien es Architekturfehler in der Anfangsphase, die ein Projekt später schwer manövrierbar machten, so der Minister. Wichtig sei, dass der Benefit von Digitalisierung spürbar sei. Bezüglich des E-Rezepts fehle der Benefit, unterstrich der Minister. Deshalb hatte Lauterbach den Start (ursprünglich Januar 2022) auf unbestimmte Zeit verschoben. Wenn der Patient mit einem QR-Code vom Arzt zum Apotheker gehe, habe das keinen Zusatznutzen, kritisierte Lauterbach – im Gegenteil, der Patient könne nicht einmal mehr lesen, was es für eine Arznei er verschrieben bekommen hat.

Bastian Hauck von DiabetesDE, der als Patientenvertreter zur Auftaktveranstaltung eingeladen war, ging noch einen Schritt weiter: „Digitalisierung muss mehr als Effizienz oder Transparenz sein. Sie muss einen individuellen Mehrwert für jeden liefern.“ Die ebenfalls von Lauterbach eingeladene Christine Vogler, Chefin des Deutschen Pflegerats, schlug in dieselbe Kerbe: „Derzeit bringt die Digitalisierung mehr Arbeit, weil das analoge Dokumentieren nicht wegfällt.“ Der Effekt der Digitalisierung sei in der Pflege noch nicht angekommen. Bundesärztekammerpräsident Klaus Reinhardt pflichtete Vogler und Hauck bei, meinte aber auch: „Ein bisschen Mehraufwand müssen unsere Klientel bei solchen Projekten aber schon auf sich nehmen.“

In den Rollout von Telematikanwendungen und die Nutzung von Gesundheitsdaten setzt die Branche hohe Erwartungen. Lauterbach vermittelt Entschlossenheit, diese Wünsche zu erfüllen: Den Rollout des E-Rezepts, aus dem die Kassenärzte Schleswig-Holsteins „aus nachvollziehbaren Gründen“ (Lauterbach) ausgestiegen sind, will der Minister vorantreiben. Die elektronische Gesundheitsakte will er mit einer Opt-out-Regelung einführen. Die Transparenz bei den Gesundheitsdaten will er massiv vorantreiben. Lauterbach verwies dabei auf das Demis-System. Die Abkürzung steht für Deutsches Elektronisches Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz und hier sollen in Zukunft Informationen über real genutzte Betten in Kliniken einlaufen. Das könnte auch für die Krankenhausstrukturreform von großer Bedeutung werden. Diese Projekt dürfte für Krankenhäuser also von Bedeutung sein. Zum Thema Digitalisierung, Transparenz und Krankenhausreform hatte sich auch der Vater des Divi-Registers, Christian Karagiannidis in der Fachzeitschrift f&w ausführlich geäußert. 

Autor

 Jens Mau

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