Tarifkonflikt

Ärzte streiken bundesweit

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Ärzte streiken bundesweit
Mehrere tausend Ärzte kommunaler Kliniken demonstrierten in Frankfurt am Main. © Marburger Bund

Im Zuge des Tarifkonflikts zwischen dem Marburger Bund (MB) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) kommt es am Donnerstag zu bundesweiten Warnstreiks. Die Ärztegewerkschaft rechnet mit mehreren Tausend Teilnehmern. Ein Notdienst ist für alle vom Streik betroffenen Kliniken sichergestellt. Wie die Tagesschau berichtet, könnten an rund 460 Krankenhäusern planbare Operationen ausfallen.

Bereits seit Oktober laufen die Verhandlungen, die nach Angaben des MB-Verhandlungsführers Christian Twardy nach mehreren ergebnislosen Verhandlungsrunden an einem "toten Punkt" angelangt seien. Mitte März wurden die Streiks vorbereitet. „Wir registrieren eine hohe Streikbereitschaft unter unseren Mitgliedern. Viele haben den Eindruck, dass ihren Leistungen gerade auch in den zurückliegenden zwei Jahren der Pandemie zu wenig Wertschätzung entgegengebracht wird. Es werden immer mehr Überstunden und Zusatzdienste angehäuft, ohne dass ein Ende der Belastung in Sicht wäre. Wir fordern deshalb in dieser Tarifrunde verbindliche Grenzen und mehr Planungssicherheit bei den Diensten. Und natürlich erwarten die Ärztinnen und Ärzte auch eine adäquate Gehaltssteigerung für ihre Leistungen. Auch in diesem Punkt dürfen die kommunalen Arbeitgeber nicht länger mauern“, sagte Armin Ehl, Hauptgeschäftsführer des Marburger Bundes in einer Mitteilung

VKA spricht von unrealistischen Forderungen

Die VKA zeigt für die Streiks wenig Verständnis, sie "verurteilt die Arbeitskampfmaßnahmen und fordert den Sozialpartner dazu auf, die Verhandlungen für die rund 60.000 Ärztinnen und Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern wieder aufzunehmen", heißt es in einer Mitteilung. Aus Sicht des VKA-Verhandlungsführer Wolfgang Heyl sei der Streikaufruf "völlig überzogen" und spiegele in keiner Weise den tatsächlichen Stand der Verhandlungen wider. Seit über fünf Monaten versuche die VKA eine Tarifeinigung herbeizuführen. Mitte Dezember wurde ein Angebot abgegeben und im Zuge der letzten Gespräche weitere Vorschläge zu komplexen Themen Ruf- und Bereitschaftsdienste sowie freie Wochenenden vorgelegt. "Allerdings ist es nun am Marburger Bund, sich endlich auch einen Schritt auf uns zuzubewegen und von den völlig unrealistischen Forderungen abzurücken", so Heyl. Die Forderungen der Gewerkschaft würden die Kliniken nicht nur in finanzieller Hinsicht "maßlos überfordern". An kleinen Häusern und in einzelnen Abteilungen drohe die Gefahr, die Daseinsvorsoge nicht mehr sicherstellen zu können, heißt es weiter. 

Der Warnstreikaufruf des Marburger Bundes erstreckt sich auf die tarifgebundenen Krankenhäuser im Geltungsbereich des Tarifvertrages TV-Ärzte/VKA mit rund 55.000 Ärzten. Für die kommunalen Kliniken in Berlin gilt ein eigener Tarifvertrag, sie sind deshalb vom Warnstreik ausgenommen. In den kommunalen Kliniken Hamburgs gelten ebenfalls Sonderregeln, weswegen Aktionen dort gegebenenfalls später stattfinden werden. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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