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Immer mehr Kliniken rechnen mit Defizit

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Immer mehr Kliniken rechnen mit Defizit
© Pixabay/iXimus

Im vergangenen Jahr schrieben fast zwei Drittel der bayerischen Kliniken rote Zahlen. Für 2022 rechnet die bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) mit weiteren Kliniken im Minus, sollte die Politik nicht handeln.

Die Anzahl der Kliniken, die ein Jahres-Defizit verbuchen, nimmt seit Jahren zu. 2020 waren es noch 40 Prozent. "Nicht erst seit der Pandemie wissen wir, welche zentrale und wichtige Rolle unsere Krankenhäuser bei der medizinischen Versorgung der Bevölkerung haben. Es kann doch nicht sein, dass sie dafür nicht annähernd ihre Kosten decken können und die Träger ständig für die Defizite ausgleichen müssen", sagt Landrätin Tamara Bischof, 1. Vorsitzende der BKG. Auch die steigende Inflation in Deutschland mache sich in den Kliniken längst bemerkbar. Die Krankenhäuser erwarten von der Politik, dass sie sämtliche nachgewiesene Kostensteigerungen refinanziert bekommen, insbesondere die Finanzierung der steigenden Energiekosten. 

Wie aus der BKG-Umfrage zum Bayerischen Krankenhaustrend hervorgeht, sehen nahezu 70 Prozent der bayerischen Krankenhäuser die künftige wirtschaftliche Gesamtsituation negativ. Die Klinikleitungen befürchten zusätzliche Defizite, die von den Trägern ausgeglichen werden müssten (85,7 Prozent). Eine zunehmende Gefahr von Klinikschließungen aus rein wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund steigenden Drucks auf die Belegschaften (jeweils 73 Prozent) würden auch eine Gefährdung der Versorgung bedeuten (65,9 Prozent). Der Gesetzgeber müsse unverzüglich die Möglichkeit schaffen, dass die sprunghaft steigenden Kosten in den Kliniken auch refinanziert werden könnten, heißt es in der Mitteilung. 

„Wir brauchen einen ‚Transformationsprozess Krankenhaus‘, also einen verlässlichen Fahrplan in die Zukunft mit finanzieller Absicherung der Jahresbudgets für die Krankenhäuser. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht mit den ambulant-stationären Hybrid-Fallpauschalen, der Pflegepersonalbemessung 'PPR 2.0' und Vorhalte-Finanzierungen für eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung richtige Ansätze vor. Bis die wirken können und die Umstellung auf mehr klinisch-ambulante Leistungen in Krankenhäusern erfolgt ist, benötigen die Kliniken eine vollständige Absicherung der vereinbarten Jahresbudgets zu 100 Prozent", so BKG-Geschäftsführer Roland Engehausen.

Ein weiterer Punkt in der Umfrage war auch die Digitalisierung. Die Frage, wie gut die Kliniken für die künftigen Anforderungen der Digitalisierung und Telematik-Infrastruktur nach Umsetzung der KHZG-geförderten Maßnahmen gerüstet sind, beantworteten lediglich 31 Prozent mit "gut". 13 Prozent stimmten für "weniger gut" und 55,7 Prozent für "teils/teils". Die Geschäftsführungen fordern einen kontinuierlichen IT-Betriebskostenzuschlag für die Zeit der digitalen Transformation. Das würde auch gemeinsam funktionieren: Zwei von drei Kliniken wollen ihre IT-Kräfte bündeln. "Die BKG möchte für die digitale Zusammenarbeit der Kliniken in Bayern in diesem Jahr in guter Abstimmung mit dem Freistaat eine professionelle Plattform schaffen", sagt Christina Leinhos, Leiterin Digitalisierung der BKG.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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