Corona-Update 9.12.

Brandenburg ruft "Massenanfall von Erkrankten" aus

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Brandenburg ruft "Massenanfall von Erkrankten" aus
© GettyImages/Westend61

+++ "Massenanfall an Erkrankten" in Brandenburg +++

In Brandenburg stoßen immer mehr Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenze, besonders im Süden spitze sich die Lage zu. Aus diesem Grund müssen die Krankenhäuser in Brandenburg mehr Betten für die Versorgung von Covid-Patienten freihalten, teilt das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV) mit. Seit Dienstag müssen auf den Normalstationen mindestens 20 statt bisher 10 Prozent, auf der Intensivstation mindestens 30 (statt bisher 15) Prozent der betreibbaren Betten freigehalten werden. Am Freitag wurden erstmals im Rahmen des Kleeblatt-Systems Intensivpatienten von Brandenburg nach Berlin verlegt. Gesundheitsministerin Ursula Nonnenmacher mahnt, die nächsten Wochen würden eine extreme Belastungsprobe werden. Auch innerhalb Brandenburgs werden Patienten verlegt, hinzu komme ein hohes Aufkommen an Entlassungs- und Dialysefahrten, wodurch das Transportaufkommen der Rettungsdienste erheblich erhöht sei. Da diese Situation mit den normalen Rettungsmittelvorhaltungen nicht mehr zu bewältigen sei, wird auf Rechtsgrundlage des Brandenburgischen Rettungsdienstgesetzes der "Massenanfall von Erkrankten" (MAN-E) ausgerufen. Durch die "Feststellung" dieses Ereignisses müsse eine abgestimmte Zusammenarbeit des Rettungsdienstes gewährleistet sein. Das bedeutet, dass die integrierten Regionalleitstellen die Verlegung von Patientinnen und Patienten in die geeignete Zielklinik besser steuern können und die noch freien Kapazitäten bei den Kliniken optimal ausgenutzt werden können. Zur weiteren Unterstützung der Krankenhäuser wurden zudem erste Reha-Kliniken als Ersatzkrankenhäuser bestimmt, die für die Übernahme und stationäre Weiterversorgung von stationären Nicht-Covid-Patienten zur Verfügung stehen. Aktuell sind sechs der 24 Rehakliniken als Ersatzkrankenhäuser bestimmt. [Quelle: MSGIV]

+++ Quote ungeimpfter Patienten womöglich höher als angenommen +++

Der Chef des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Jens Scholz, geht davon aus, dass die Quote der ungeimpften Patienten auf der Intensivstation höher ist, als angenommen werde, da nicht alle ihren Impfstatus wahrheitsgemäß angeben würden. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Behandelt werde jeder Patient unabhängig von seinem Impfstatus, betont der Bruder des neuen Bundeskanzlers. "Aber die Datenlage wäre schon wesentlich präziser, wenn der Impfstatus komplett erfasst würde", so Scholz. Der wahre Impfstatus falle auf, wenn die Patienten kurz bevor sie den Beatmungsschlauch in den Hals geschoben bekommen noch zugeben, dass sie nicht die Wahrheit gesagt hätten. Dass der Impfstatus auch im Fall von Triage-Situationen nicht relevant ist, betonten kürzlich auch die Intensivmediziner. Es gelte stets das Kriterium der klinischen Erfolgsaussicht. [Quelle: RND]

+++ KGS rechnet mit tiefroten Zahlen +++

Aufgrund des Personalmangels, des Investitionsstaus und der unzureichenden Förderung ist die Finanzlage von Sachsens Kliniken seit Jahren angespannt. Die Pandemie verschärft die Situation zusätzlich durch Belegungsrückgänge, Erlösaufälle wegen abgesagter Operationen und überdurchschnittlichen Aufwendungen für Corona.  [Quelle: dpa/FreiePresse]

+++ DGfM fordert Dokumentationspflichten auszusetzen +++

Wegen der Coronalage und der damit verbundenen Belastung für Pflegende und Ärzte fordert die Deutsche Gesellschaft für Medizincontrolling (DGfM) die Politik sowie die Gemeinsame Selbstverwaltung auf, das Personal in den Krankenhäusern umgehend von den zeitaufwendigen Dokumentationspflichten zu entbinden. Aus Sicht der DGfM gefährde die fortschreitende Bürokratisierung die Patientensicherheit und setzt zudem die Krankenhäuser unter Druck, da selbst kleinste Versäumnisse dazu führen würden, dass die Kassen die Kliniken für ihre Leistungen nicht vergüten. Der zunehmende Bürokratieaufwand durch Strukturprüfungen und komplexe Rechnungsprüfungsregime der Kassen mit ständig wechselnden Quoten und Strafzahlungen verschärft die Situation zusätzlich. Die Dokumentationspflichten sollten daher unbefristet ausgesetzt und neu beurteilt werden, damit die Kliniken ihren Versorgungsauftrag erfüllen können. [Quelle: DGfM]

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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