Krankenhauspolitik

Bund-Länder-Kommission soll den gordischen Knoten zerschlagen

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Bund-Länder-Kommission soll den gordischen Knoten zerschlagen
Dr. Gerald Gaß © Georg Lopata/DKG

Krankenhausstrukturreform, Öffnung des ambulanten Marktes und Sanierung des Fallpauschalensystems: Nach Ansicht der DKG soll eine Bund-Länder-Kommission diese historische Reform auf den Weg bringen. 

Eine ganze Reihe unabhängiger ökonomischer Studien zeigt, dass die Krankenhauslandschaft im Jahr 2022 massiv von Klinikinsolvenzen bedroht ist. Laut dem Krankenhaus-Rating-Report des RWI etwa ist derzeit jedes achte Krankenhaus insolvenzgefährdet. „Es darf nicht dazu kommen, dass aus wirtschaftlicher Not Krankenhäuser im Vorfeld einer echten Strukturreform schließen müssen“, warnt Ingo Morell, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

Der “kalte Strukturwandel“ führe dazu, dass immer mehr Krankenhäuser in finanzielle Schieflage geraten, unterstrich auch der DKG-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß. Er appelliert insbesondere an die Bundesländer: „Mit Gesundheitspolitik kann man auch Landtagswahlen verlieren.“  Demnächst stehen Wahlen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und dem Saarland an. Mit Blick auf die kommenden vier Jahre bemerkte Gaß: „Wir brauchen ein abgestimmtes Handeln zwischen der Bundesregierung und den Ländern. Wir brauchen eine Bund-Länder-Zukunftskommission Krankenhaus.“ Im Zentrum der DKG-Forderung steht die sektorenübergreifende Versorgung. „Wir haben spürbare Lücken in der Versorgungslandschaft, gerade im ambulanten Bereich. Die Menschen müssen oft Monate auf Facharzttermine warten, und die Erreichbarkeit der ambulanten Notfallpraxen ist unbefriedigend“, sagte Gaß.

Für den Grenzbereich zwischen ambulanter und stationärer Versorgung brachte Gaß auch einen neuen Vergütungstopf ins Spiel. Für jene Fälle, die nur ein bis zwei Tage in den Kliniken verweilen und die üblicherweise als „ambulantes Potenzial“ betitelt werden, könne man einen Teil aus dem Krankenhausbudget heraussäbeln. Perspektivisch könnten solche Fälle dann auch geringer vergütet werden als im stationären Setting. Der Vorschlag zielt auf den Katalog für ambulantes Operieren (AOP-Katalog), den Klinik- und Kassenlobby gerade im Auftrag des Gesundheitsministeriums erstellen. Der Entwurf soll im Januar fertig sein – wird sich aber wohl aufgrund von Meinungsverschiedenheiten verschieben. 

Autor

 Jens Mau

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