Neuer Corona-Bonus für Klinikkräfte

Bund stellt 450 Millionen Euro für Pflegeprämie bereit

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Bund stellt 450 Millionen Euro für Pflegeprämie bereit
© iira116/pixabay

Gesundheitsminister Jens Spahn hat auf einer Pressekonferenz in Berlin bestätigt, dass der Bund 450 Millionen Euro als Corona-Prämien für Klinikmitarbeiter bereitstellt. Zuerst hatte die „Funke Mediengruppe“ darüber berichtet. Damit seien steuerfrei bis zu 1.500 Euro pro Mitarbeiter möglich – das Geld soll bis Ende Juni ausgezahlt werden.

Insgesamt seien 1.038 Kliniken anspruchsberechtigt, wie aus einem Papier des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) hervorgeht, dass BibliomedManger vorliegt. Die Verteilung der Prämien legt der Minister erneut in die Hände der prämienberechtigten Krankenhäuser. Sie sollen die durch Corona besonders belasteten Beschäftigten benennen und die konkrete Verteilung der Prämien bestimmen. Bereits Ende 2020 konnten Kliniken eine Prämie auszahlen, wenn Sie zwischen Januar und Mai 2020 ausreichend Covid-19-Patienten behandelt hatten. Prämienberechtigt waren für diese Zeit 433 Kliniken. Die Verteilung hatet zu hörbarem Missmut in den Kliniken geführt. Die damals insgesamt 100 Millionen Euro bezahlten – anders als die jetzigen 450 Millionen Euro – die Krankenkassen. Als zusätzliches Verteilkriterium für den neuen, vom Bund finanzierten Prämientopf wird nun die „Intensivbehandlung“ aufgenommen, um die Belastung von Schwerpunktversorgern besser zu berücksichtigen, schreibt das BMG. Bemessungszeitraum ist das gesamte Jahr 2020. Große Kliniken mit über 500 Betten kommen der Vorlage zufolge zum Zuge, wenn sie mehr als 50 Covid-Fälle behandelt haben, kleinere Häuser bereits ab 20 Covid-Fällen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßt die neue Prämie: „Wichtig ist nun, dass die Prämie gesetzlich so verankert wird, dass alle Pflegekräfte im Krankenhaus daran partizipieren“, sagt Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der DKG. Damit alle Pflegekräfte angemessen profitieren bedürfe es einer Regelung, wie sie für die Altenpflege schon im vergangenen Jahr eingeführt wurde. Gewerkschaftsvertreter zeigten sich zuletzt im Gespräch mit der Fachzeitschrift f&w beim Thema Prämie hingegen skeptisch. Auch die Bundespflegekammer äußerte sich nach Bekanntwerden des BMG-Papiers kritisch. "Es ist für uns nicht verständlich, wie
man in der jetzigen Situation, in der noch nicht einmal alle Prämien der ersten Welle ausgezahlt
worden sind, erneut diese Diskussion aufmacht“, erklärt Markus Mai, Präsidumsmitglied der Pflegekammer.

 

  

Autor

 Jens Mau

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