Baden-Württemberg

Dreiland-Klinikum Lörrach wird teurer und später fertig

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Dreiland-Klinikum Lörrach wird teurer und später fertig
Das Dreiland-Klinikum im Landkreis Lörrach wird teurer und später fertig als geplant: Die neuen Gesamtkosten liegen nun bei 512,8 Millionen Euro. © iStock.com/BrianAJackson

Das Dreiland-Klinikum im Landkreis Lörrach wird teurer und später fertig als geplant.

Wie die Klinikgesellschaft mitteilt, liegen die neuen Gesamtkosten nun bei 512,8 Millionen Euro. Zuletzt waren 450 Millionen Euro vorgesehen.

Grund für die Kostensteigerung sind steigende Löhne und Baupreise. Hinzu kommen zusätzliche Anforderungen aus der medizinischen Weiterentwicklung sowie neue gesetzliche Sicherheitsstandards für kritische Infrastrukturen. Der Generalplaner hat außerdem die Dauer der Arbeiten für die Umstellung auf eine ökologische Wärmeversorgung nach oben korrigiert. Die Fertigstellung dieser Gewerke dauert nun statt sechs 18 Monate.

Der verbindliche Bautermin ist nun auf den 31. Dezember 2026 festgelegt. Die Eröffnung ist nach Testphasen im Frühjahr 2027 geplant. „Trotz der verlängerten Bauzeit einzelner Gewerke und notwendiger Anpassungen bleiben wir auf Kurs“, sagte Landrätin Marion Dammann. Parallel prüft die Klinikgesellschaft mögliche Schadenersatzansprüche wegen der Verzögerungen.

Anpassungen während der Bauphase

Bei Projekten dieser Größenordnung dauert es oft mehr als zehn Jahre von der Planung bis zur Patientenversorgung, heißt es weiter in der Mitteilung. Änderungen während der Bauphase seien daher notwendig. Sie sollen gewährleisten, dass das Klinikum bei der Eröffnung technisch auf dem neuesten Stand ist. „Die Erfahrung zeigt, dass es wirtschaftlicher ist, bereits während der Bauphase umzuplanen“, sagte Thomas Schumacher, Direktor Facility Management. Umbauten im laufenden Betrieb seien kostenintensiv und belastend.

Großen Einfluss auf Zeit und Budget hatte die Umstellung auf eine Energieversorgung über Erdwärme. Dadurch sinkt der Verbrauch fossiler Energien auf rund ein Prozent. Die erforderlichen baulichen Anpassungen verursachten Mehrkosten von 35 Millionen Euro. Die größten Kostensteigerungen resultieren jedoch aus Preisschwankungen infolge des Ukrainekriegs und dem gestiegenen Baupreisindex. Sie belaufen sich auf 105,4 Millionen Euro.

Medizinstrategie setzt auf Spezialisierung

Die aktuelle Medizinstrategie sieht spezialisierte interdisziplinäre Organzentren und sektorenübergreifende Angebote vor. Dafür waren Änderungen an der ursprünglichen Planung aus dem Jahr 2017 nötig. Dazu gehören die Einrichtung eines Integrierten Notfallzentrums nach G‑BA‑Vorgaben und die Neuorganisation des OP‑Bereichs. Geplant sind zudem eine Palliativstation, eine Special‑Care‑Unit für Menschen mit Demenz sowie eine vollständig digitale Vernetzung.

Das Projekt knüpft an den sogenannten „Lörracher Weg“ an, der vor 20 Jahren begann. Heute führt er vier frühere Klinikstandorte auf einem gemeinsamen Gesundheitscampus zusammen. „Möglich wurde dies durch mutige und vorausschauende Weichenstellungen“, sagte Udo Lavendel, Vorsitzender der Geschäftsführung.

cs

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