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Gesundheitsausgaben steigen auf über 400 Milliarden Euro

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Gesundheitsausgaben steigen auf über 400 Milliarden Euro
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Die Gesundheitsausgaben für das Jahr 2019 sind auf 410,8 Milliarden Euro gestiegen – um 19,3 Milliarden Euro mehr als 2018. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.

Der größte Ausgabenanteil entfällt mit 56,7 Prozent beziehungsweise 233 Milliarden Euro auf die gesetzliche Krankenversicherung. Die Kosten sind um 10,9 Milliarden Euro beziehungsweise 4,9 Prozent gegenüber 2018 gesteigen. Private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck waren mit 54,8 Milliarden Euro (plus 2,3 Milliarden Euro/4,4 Prozent) zweitgrößter Ausgabenträger (13,3 Prozent), gefolgt von der sozialen Pflegeversicherung mit 42,1 Milliarden Euro (10,3 Prozent). Die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung sind mit 2,6 Milliarden Euro (6,6 Prozent) am stärksten gestiegen.

Schlusslicht bildet die private Krankenversicherung mit 34,6 Milliarden Euro (plus 1,4 Milliarden Euro/4,1 Prozent), was 8,4 Prozent der Gesundheitsausgaben entspricht. Die übrigen elf Prozent entfielen auf sonstige Ausgabenträger (öffentliche Haushalte, gesetzliche Rentenversicherung, gesetzliche Unfallversicherung, Arbeitgeber).

Ausgaben werden im Jahr 2020 wegen Corona-Pandemie weiter steigen 

Die Ausgaben für das Jahr 2020 schätzt Destatis derzeit auf 425,1 Milliarden Euro (plus 3,5 Prozent gegenüber 2019), wobei es schwierig sei, den "coronaspezifischen Anteil" an den geschätzten Gesundheitsausgaben zu ermitteln. Zu den Ausnahmen würden die knapp 1,6 Milliarden Euro Ausgaben aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds zählen, die teilweise durch den Bund erstattet werden. Die Ausgaben setzen sich im Wesentlichen aus rund 700 Millionen Euro für Ausgleichszahlungen an die Krankenhäuser für die Bereitstellung von intensivmedizinischen Betten und Beatmungsgeräten, gut 491 Millionen Euro für Schutzmasken sowie knapp 286 Millionen Euro für Tests in Gesundheitsämtern, Testzentren oder Reihentests zusammen. Hinzu kommen weitere 419 Millionen Euro für Tests im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung sowie 731 Millionen Euro pandemiebedingte Erstattungen für außerordentliche Aufwendungen in der Pflege. 

Nicht in der Gesundheitsausgabenrechnung verbucht werden Ausgleichszahlungen für pandemiebedingte Einnahmeausfälle der Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehaeinrichtungen oder Heilmittelerbringer, da diese Ausgleichszahlungen "definitorisch nicht als gesundheitsrelevant gelten", heißt es in der Mitteilung von Destatis. Für sie wurden aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds 10,6 Milliarden Euro aufgewendet und größtenteils durch den Bund erstattet. 

2019 wurde die 400-Milliarden-Euro-Marke geknackt

Die Entwicklung der letzten Jahre zeige, dass die Ausgaben schneller ansteigen, resümiert Destatis. 2019 wurde die 400-Milliarden-Euro-Marke geknackt, nachdem 2012 die 300-Milliarden-Euro-Grenze überschritten wurde, die 200-Milliarden-Euro-Grenze wurde 1998 erreicht. Damit hat sich der zeitliche Abstand bis zum Erreichen der jeweils nächsten 100-Milliardenmarke seit 1998 von 14 auf sieben Jahre halbiert. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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