Thesenpapier

Hessische Kliniken mahnen Reformen an

  • Notfallversorgung
Hessische Kliniken mahnen Reformen an
Dr. Christian Höftberger © Rhön Klinikum AG

Die Hessische Krankenhausgesellschaft (HKG) drängt auf eine Ausweitung ambulanter Leistungserbringung in den Kliniken und spricht sich für eine engere Zusammenarbeit von Leistungserbringern aus. "Wenn wir die Grenze zwischen ambulant und stationär - also zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern - mal durchrütteln, könnten wir sehr viel Gutes tun", sagte der Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Christian Höftberger, der Deutschen Presse-Agentur.

Am Wochenende hat die HKG ein entsprechendes Thesenpapier verabschiedet.  "Aufgrund der demographischen Entwicklung und des sich verstärkenden Fachkräftemangels wird das sehr ressourcenaufwendige System der klar abgegrenzten Sektoren nicht mehr aufrecht zu erhalten sein", heißt es darin. Dort spricht sich der Verband für eine sektorenübergreifende Bedarfsplanung aus, "bei welcher die Länder aktive Mitwirkungsrechte in der vertragsärztlichen Versorgungssteuerung haben". Unter anderem sollen gerade in ländlichen Regionen Institutsambulanzen an den Krankenhäusern eingerichtet werden.

Krankenhäuser sollen die Möglichkeiten erhalten, weit gefächert ambulante Operationen und stationsersetzende Maßnahmen vorzunehmen und mit niedergelassenen Kollegen kooperativ zusammenzuarbeiten. Die Vergütung sollte über DRG-Systematik abgerechnet und vom Institut für das Entgeltsystem (InEK) kalkuliert werden.

Handlungsbedarf sieht die Krankenhausgesellschaft auch bei der ambulanten Notfallversorgung. "Das Pilotprojekt des 'gemeinsamen Tresens' im Klinikum Frankfurt Höchst wird auf die Kliniken in ganz Hessen ausgerollt. Die dortigen Strukturen haben sich über Jahre bewährt", heißt es. Niedergelassene Praxen sollen über digitale Angebote noch besser eingebunden werden, etwa über das Projekt „Sektorenübergreifende ambulante Notfallversorgung“ (SaN) oder den „Interdisziplinären Versorgungsnachweis“ (IVENA).

In Hessen wünscht sich die HKG zudem eine Modellregion für den Aufbau eines intersektoralen Gesundheitszentrums, das durch die Umwandlung aus einem ehemaligen Krankenhausstandort entstehen kann. "Das Gesundheitszentrum ist das Bindeglied zwischen der lokalen Gesundheitsbasisversorgung und der (über-)regionalen, spezialisierten Versorgung in einem Krankenhaus, welches mindestens der Schwerpunktversorgung zugerechnet werden kann", heißt es in dem Thesenpapier. Vor Ort könne das Gesundheitszentrum als ambulante Anlaufstelle die 24/7-Notfallversorgung sicherstellen und eng mit den niedergelassenen Leistungserbringern aus allen Bereichen der regionalen Gesundheitsversorgung zusammenarbeiten. "Die Realisierung eines Gesundheitszentrums kann anhand einer geeigneten Modellregion exemplarisch als Blaupause für weitere Standorte entwickelt und begleitet werden", so die HKG.

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