Gaß-Nachfolger gefunden

Ingo Morell soll neuer DKG-Präsident werden

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Ingo Morell soll neuer DKG-Präsident werden
Ingo Morell (l.), Gerald Gaß © TobiasVollmer.de/kkvd/Jens Jeske

Im Dezember endet die Amtszeit des DKG-Präsidenten Gerald Gaß. Eine Findungskommission hat dem Präsidium nun Ingo Morell als Nachfolger vorgeschlagen. Die Rollenverteilung des neuen DKG-Führungsduos wird sich dabei grundlegend verändern.

Die Auswahl des Präsidenten der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ist eine diffizile Sache, denn die Herkunft des Amtsträgers entscheidet mit: Der Krankenhausträger, für den der Kandidat arbeitet, spielt dabei ebenso eine Rolle wie der Landesverband, aus dem er kommt, oder die Größe seiner Klinik – denn all diese Gruppen haben teils sehr unterschiedliche Interessen. Seit kurzem spielt auch das Geschlecht eine gewisse Rolle, weswegen im Vorfeld gemunkelt wurde, die DKG werde eine Frau zu ihrer Anführerin küren. Im Präsidium der DKG ist derzeit keine Frau vertreten.

Ein Kandidat im Sinne der DKG-Arithmetik

Ingo Morell ist trotzdem in vielerlei Hinsicht ein Kandidat, mit dem man rechnen konnte. Er steht an der Spitze eines christlichen Trägers (Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe), und da konfessionelle Kliniken schon länger keinen Präsidenten mehr gestellt haben, ist dieser Schritt im Sinne der DKG-Arithmetik nachvollziehbar. Morell ist außerdem Vizepräsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW). Die mächtigste unter den 16 Krankenhausgesellschaften hat seit mehreren Amtszeiten keinen DKG-Präsidenten mehr gestellt und äußerte sich zuletzt immer wieder unzufrieden über den Kurs der DKG – besonders laut vernehmbar bei der Aushandlung des Corona-Rettungsschirms.

Gaß bleibt das Gesicht der DKG

Morell soll im Januar den Präsidentenposten von Gerald Gaß übernehmen, der das Amt zum Jahresende abgibt und ab April 2021 DKG-Hauptgeschäftsführer wird. Beide bilden dann für die kommenden drei Jahre das Spitzenduo der DKG. Neu soll dem Vernehmen nach die Rollenverteilung zwischen Präsident und Hauptgeschäftsführer sein: Während der derzeitig amtierende DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum vor allem durch sein Expertise in Finanzierungsfragen und seine hervorragenden Kontakte in Berlin glänzt, aber die repräsentativen Aufgaben dem Präsidenten überlässt, soll sein Nachfolger Gaß mehr Kompetenzen bekommen. Der als exzellenter Redner bekannte Gaß soll weiterhin auf Augenhöhe mit Politik, Ärzte- und Kassenchefs in der Öffentlichkeit agieren und so Teile seines bisherigen Jobs als Präsident in die neue Rolle überführen.

Morell soll nach innen wirken

Morell würde die Rolle eines Art Aufsichtsratsvorsitzenden einnehmen, der vor allem die Konsensfindung innerhalb der DKG moderiert. Auch das dürfte angesichts der jetzt anstehenden Reformen und der heterogenen Interessenslage in der DKG eine große Aufgabe werden. Spannend wird sein, wie sich das Führungsduo und die DKG insgesamt in der Strukturdebatte positioniert. Während Gaß in den vergangenen Monaten unterstrichen hat, dass er an einer Umstrukturierung und Konsolidierung des Klinikmarktes mitarbeiten will, betonen die konfessionellen Kliniken vor allem, wie wichtig kleine Häuser für die Versorgung sind. In ein ähnliches Horn blasen die Vertreter kleiner kommunaler Häuser – ebenso wie viele private Klinikbetreiber.

Kritische Zielmarke PPR 2.0

Inhaltlich eint Gaß und Morell ganz besonders die Abneigung gegen die Pflegepersonaluntergrenzen und die Unterstützung des von der DKG mitentwickelten Pflegepersonalbemessungsinstruments (PPR 2.0). Ein Zielmarke der DKG-Führung dürfte es sein, das derzeit noch skeptische Gesundheitsministerium von diesem Instrument zu überzeugen. Die Wahl von Ingo Morell zum Präsidenten gilt als sicher und findet traditionell auf der Mitgliederversammlung statt, die in diesem Jahr am 10. November stattfindet. Die Amtszeit des DKG-Präsidenten dauert drei Jahre.

Autor

 Jens Mau

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