Krankenhausplanung

Laumann: "Wir gehen in NRW mutig voran"

  • Krankenhausplanung
Laumann: "Wir gehen in NRW mutig voran"
© GettyImages/Andrey Popov

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat am Freitag die wesentlichen Inhalte des Entwurfs des neuen Krankenhausplans für das Bundesland vorgestellt. Zukünftig will man differenziert über Leistungsbereiche und Leistungsgruppen planen. Die Bettenzahl soll nicht mehr das zentrale Planungsinstrument sein. "Wir gehen in Nordrhein-Westfalen mutig voran", sagt Laumann in einer Mitteilung des Ministeriums. Mit diesem Modell wäre das Land bundesweiter Vorreiter. Die Weichen für die neue Krankenhausplanung wurden bereits im Februar gestellt.

Mit dem Plan soll eine differenzierte Planungssystematik eingeführt werden, die effektive Steuerung, Transparenz und Qualität verbindet. Ausgewiesene Leistungsbereiche und Leistungsgruppen sollendie medizinischen Fachgebiete und Unterdisziplinen abbilden. Das neue System führt einheitliche und überprüfbare Qualitätsvorgaben je Versorgungsangebot für alle Krankenhäuser ein. Anstelle der starren "Plangröße Bett" soll in Zukunft von den tatsächlichen Fallzahlen in den verschiedenen Leistungsbereichen ausgegangen werden. Damit orientiere sich die Krankenhausplanung stärker als bisher am tatsächlichen Versorgungsgeschehen. Auch die Pandemie-Erfahrungen fließen in den neuen Krankenhausplan ein. So soll die flächendeckende Versorgung gestärkt werden und für über 90 Prozent der Bevölkerung ein Krankenhaus innerhalb von 20 Autominuten erreichbar sein. Zudem ist die flächendeckende Vorhaltung der Intensivmedizin festgeschrieben.

KGNW: Plan funktioniert nur mit ausreichend finanziellen Mitteln

Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) unterstützt die neue Krankenhausplanung. KGNW-Präsident Jochen Brink betont jedoch: "Die neue Krankenhausplanung kann nur funktionieren, wenn sie auch mit ausreichenden finanziellen Mitteln unterfüttert ist". Jede Veränderung an bestehenden Versorgungsstrukturen würde unweigerlich erhebliche Kosten für die betroffenen Häuser auslösen. Im Einzelfall könne dies auch bedeuteten, dass einzelne Abteilungen oder Standorte geschlossen werden, heißt es in einer Mitteilung der KGNW. Es sei unerlässlich, dass die Landesregierung die dafür erforderlichen Mittel bereitstelle. „Die KGNW hält es deshalb für notwendig, dass über eine Verpflichtungsermächtigung im Landeshaushalt 2022 für die kommende Legislaturperiode ein zusätzliches Volumen von jährlich 200 Millionen Euro für den Einstieg in die Umsetzung des Krankenhausplans reserviert wird", sagt Brink. 

Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Hans-Albert Gehle, begrüßt, dass die neue Planung detaillierter sein soll als bisher. „Auch der künftige Krankenhausplan geht mit breit aufgestellten Leistungsbereichen einerseits und spezialisierten Leistungsgruppen andererseits genau in diese Richtung und gibt einen sinnvollen Rahmen vor, innerhalb dessen dann die regionalen Planungskonzepte erarbeitet werden", sagt Gehle. 

Zuspruch gibt es auch von der AOK. Mit der neuen Planung werde die "dringend erforderliche Kehrtwernde eingeleitet und gute Voraussetzungen für eine zukunftsfähige, qualitäts- und patientenorientierte Krankenhausstruktur im Land geschaffen, die die Behandlungsqualität stärkt und den Ressourceneinsatz optimiert", so Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest. 

Die finale Beratung des neuen Krankenhausplans erfolgt in den nächsten Wochen im Landesausschuss für Krankenhausplanung. Der Entwurf des neuen Plans soll im Herbst im Landtag dem Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales vorgelegt werden. Anschließend könne der neue Plan in Kraft treten, woraufhin die Landesregierung das Ziel verfolge, dann Anfang nächsten Jahres auch die nötigen regionalen Planungsverfahren anstoßen zu können. 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich