Corona-Ausbruch

Potsdam: Klinikum Ernst von Bergmann unter Druck

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Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam steht seit Wochen wegen mehreren Corona-Infizierten und Toten unter Druck. Eine Sondersitzung des Aufsichtsrats wurde den Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) zufolge am Freitagabend nach mehreren Stunden ohne Ergebnis abgebrochen worden sein. Heute soll sie fortgesetzt werden. 

Erstmals hatte die Klinikum-Geschäftsführung am Samstag Versäumnisse im Umgang mit dem Ausbruch des Virus im 1100-Betten-Krankenhaus eingeräumt: In einer Pressemitteilung erklärte das Unternehmen, "eine kritische Entwicklung im Rahmen der Corona-Pandemie nicht ausreichend" erkannt zu haben. 

Dabei seien tatsächlich nachgewiesene und registrierte Infektionen bei einzelnen Mitarbeitern nicht in einen inhaltlichen Zusammenhang gebracht und tiefgreifend analysiert worden, heißt es weiter in der Erklärung. Dies betreffe insbesondere die Bereiche Nephrologie, Urologie, Geriatrie und Allgemeinchirurgie. Damit hätten im Rückblick unter Umständen noch fundiertere Entscheidungen getroffen werden können. Die Geschäftsführung bedauere dies sehr. Wichtig sei aber auch: Die betroffenen Mitarbeiter hätten sich unmittelbar nach einem positiven Befund in häusliche Quarantäne begeben, um Patienten und Kollegen zu schützen. 

Geschäftsführer Steffen Grebner sagt: "Wir stellen uns als Geschäftsführung unserer Verantwortung. Wir haben für das Misstrauen des Gesundheitsamtes und des Oberbürgermeisters absolut Verständnis – auch für Verfügungen und Anordnungen. Wir werden etwaige Versäumnisse – insbesondere im Zeitraum vom 13. bis 26. März – transparent aufarbeiten und aktiv informieren. Zugleich wird das Klinikum die Kooperation und den Austausch mit dem Gesundheitsamt und der Stadt weiter intensivieren." Die Kommunikationsstrategie werde man kritisch hinterfragen.

Die Zahl der Infizierten und Toten hatte die Brandenburger Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen: Erst nach einer Zwangsgelddrohung der Stadt Potsdam und einem Aufsichtsgespräch im Gesundheitsministerium hatte das Klinikum Daten an das Gesundheitsamt übergeben, die die Patientenbewegungen und Arztkontakte ab Mitte März dokumentieren. 

Das Klinikum versorgt eigenen Angaben zufolge 64 Patienten stationär im Covid-positiven Krankenhausbereich, 53 Patienten auf der Covid-Normalstation, elf auf der Covid-Intensivstation, davon werden zehn beatmet.

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