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Söder will Impfpflicht für Pflegekräfte prüfen

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Söder will Impfpflicht für Pflegekräfte prüfen
© Pixabay/DoroT Schenk

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Impfpflicht für Pflegekräfte ins Gespräch gebracht. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Es sei gut, wenn der deutsche Ethikrat Vorschläge machen würde, ob und für welche Gruppen eine Impfpflicht denkbar wäre, so Söder. Unter Alten- und Pflegekräften in Pflegeheimen gebe es eine zu hohe Impfverweigerung. Eine anonyme Befragung der DGIIN und der DIVI hatte Mitte Dezember ergeben, dass sich 50 Prozent der Pflegenden impfen lassen möchten. Viele der Befragten äußerten Bedenken zu Nebenwirkungen und Langzeitschäden oder sind gegenüber dem mRNA-Impfstoff skeptisch (Bibliomedmanager berichtete).

Für den Vorstoß erntet der Ministerpräsident viel Kritik seitens der Politik und Verbände. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) spricht sich in einer Mitteilung gegen eine Impfflicht aus, vielmehr brauche es eine breite fachliche und sachliche Aufklärung über den Impfstoff, die Wirkung und die Folgen. Nur mit ausführlichen Folgen ließe sich die Impfbereitschaft erhöhen. "Die Impfung gegen Corona muss eine freiwillige Entscheidung jedes einzelnen Menschen bleiben", appelliert Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des Verbandes, Region Südost. Es sei ein schlechter Stil, die Probleme bei Impfstart den Pflegenden in die Schuhe schieben zu wollen. Es fehle für solche Vorwürfe auch einer validen Datengrundlage.

Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil lehnt eine Impfpflicht ab, sondern setzt auf Aufklärung. "Ich will vor allem Impfakzeptanz. Jetzt geht es darum, aufzuklären, dass Impfen wichtig ist", zitiert die Welt Heil. Auch CDU-Vorsitz-Kandidat Friedrich Merz setzt auf Empfehlung statt Pflicht. Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, lehnt eine Impfpflicht ebenfalls ab. 

Ein weiterer Vorschlag von Markus Söder war eine große staatliche Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft mit der Beteiligung von Vorbildern aus Kunst, Sport und Politik. Diese Initiative begrüßt der DBfK: "Hier unterstützen wir gerne als professionelle Vertretung beruflich Pflegender."

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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