Tarifabschluss

Verdi einigt sich mit öffentlichen Arbeitgebern

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Verdi einigt sich mit öffentlichen Arbeitgebern
© Pixabay/aymane jdidi

Im Tarifkonflikt zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) konnte eine Einigung erzielt werden. Unter anderem erhalten die rund 1,1 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst (außer Hessen) eine steuer- und abgabenfreie Corona-Sonderzahlung in Höhe von 1.300 Euro zum 1. Januar. Auszubildende, Praktikanten und Studierende erhalten 650 Euro. Zudem werden ab Dezember 2022 die Entgelte um 2,8 Prozent erhöht, Auszubildende, Praktikanten und Studierende erhalten 50 beziehungsweise 70 Euro mehr. Auch die Zulagen sind gestiegen: an den Unikliniken wird die Intensiv- und Infektionszulage von 90 auf 150 Euro erhöht und steigt damit um bis zu 67 Prozent. Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 24 Monaten. 

"Damit haben wir verlässliche Rahmenbedingungen für die kommenden 24 Monate geschaffen“, sagt der Verhandlungsführer der Länder Reinhold Hilbers. Insgesamt wird die Tarifeinigung rund 2,2 Milliarden Euro kosten, teilt die TdL mit. Für Verdi ist die Einigung ein "in weiten Teilen respektables Ergebnis", das spürbare Einkommensverbesserungen bringe und ein Schritt auf dem Weg zur Verbesserung der Arbeitsbedigungen im Gesundheitswesen sei. Für den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist das jedoch zu wenig. „Dieses Paket als respektablen Erfolg auf dem Weg zu besseren Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen zu verkaufen, ist Augenwischerei“, sagt Martin Dichter, der Vorsitzende des DBfK Nordwest. Eine Einmalzahlung sei keine nachhaltige Verbesserung des Lohngefüges und tauge nicht als Inflationsausgleich, da die Lohnerhöhung mit 2,8 Prozent hinter der gegenwärtigen Inflationsrate von 5 Prozent liegt. Statt der darin enthaltenen Tippelschritte hätte es laut DBfK einen großen Schritt hin zu einem Einstiegsgehalt von 4.000 Euro für Pflegefachpersonen gebraucht, und eine deutliche – auch finanzielle – Anerkennung von durch Weiterbildungen und akademische Abschlüsse erworbener Fachexpertise. Auch zeige die Einigung, dass beruflich Pflegende viel zu wenig gewerkschaftlich organisiert seien. Ergänzend wären flächendeckend Pflegeberufekammern nötig, um auch den Organisationsgrad in den Gewerkschaften zu erhöhen. 

 

Hintergrund

Verdi forderte im Gesundheitswesen des öffentlichen Dienstes eine Einkommenserhöhung um fünf Prozent und monatlich 300 Euro mehr. Die Ausbildungsvergütungen sollten um 100 Euro angehoben werden. Die Tarifverhandlungen führten zu zahlreichen Warnstreiks, unter anderem in Nordrhein-Westfalen und Greifswald.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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