Medizintechnikindustrie

Umsatz bleibt weiter hinter 2019

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Umsatz bleibt weiter hinter 2019
Dr. Meinrad Lugan © BVMed

Die Medizintechnikbranche scheint sich nach dem Pandemiejahr zu erholen, kämpft aber mit vielen Hemmnissen. Dazu gehören steigende Materialkosten, Lieferengpässe und die EU-Richtlinie für Medizinprodukte. Der Bundesverband Medizintechnik (BVMed) appelliert an die Politik, Innovationen am Standort Deutschland besser zu fördern „Wir schlagen eine Initiative ‚Medtech 2030‘ vor, in der Forschungs-, Wirtschafts, Arbeits- und Gesundheitspolitik eng zusammenarbeiten“, sagte Dr. Meinrad Lugan auf der Jahrespressekonferenz des Verbands. Auf der Veranstaltung präsentierte der Verband auch die Ergebnisse seiner jährlichen Herbstumfrage, die Aussagen über die Stimmung in der Branche macht. 110 Unternehmen verschiedener Größe hatten sich beteiligt. „57 Prozent davon rechnen mit einem besseren Umsatzergebnis als im Vorjahr –insgesamt kommt die Branche aber nicht an Umsatz und Ergebnisse der Vorpandemiezeit heran“ resümiert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. In der deutschen Medtech-Branche arbeiten 235.000 Menschen – sie ist geprägt vom Mittelstand. Der Gesamtumsatz der Branche beträgt 34 Milliarden Euro im Jahr. Mehr als die Hälfte der Produkte gehen in den Export (Exportquote: 66 Prozent). Derzeit hätten die Unternehmen vor allem mit hohen Materialkosten und Lieferschwierigkeiten zu kämpfen, erklärte Lugan, der auch Vorstand beim Pharma- und Medizintechnikunternehmen BBraun ist. „Bei uns kommt es derzeit bei Materiallieferungen zu einer durchschnittlichen Verzögerung von drei Wochen“, so Lugan.

Ein weiteres Hemmnis bleibt für die Medtech-Branche die Medizintechnikrichtlinie (MDR) der Europäischen Union. „Nach drei Jahren ist das MDR-System immer noch nicht praxistauglich. Bei den Benannten Stellen gibt es extreme Wartezeiten“. Diese Stellen zertifizieren Medizinprodukte für den europäischen Markt. Im Zuge der MDR hat sich das Verfahren verschärft und gleichzeitig sind viele benannte Stellen weggefallen. Derzeit gibt es noch 23. 

Viele Medizinprodukte könnten wegen der MDR demnächst vom Markt verschwinden, warnt der BVMed. „Teilweise kommt die Forschung in den Unternehmen zum Erliegen, weil die Forschungsabteilungen mit MDR-Regularien überbeschäftigt sind“, so Möll. Der Verband verlangt deshalb eine Übergangsphase für bestehende Zertifikate, damit es 2024 nicht zum Engpass 2024 kommt. Außerdem müsse die neue Regierung zur Bewältigung der MDR-Regularien ein Förderprogramm für kleine und mittelständische Unternehmen auflegen.

     

Autor

 Jens Mau

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