Entscheidungsunterstützungssysteme

Sterblichkeit mithilfe von KI voraussagen

  • Innovation
  • Technologie
  • 23.12.2022

f&w

Ausgabe 1/2023

Seite 91

Keine wirtschaftliche Branche kann heutzutage auf den Rohstoff „Daten“ verzichten. So haben die Knappschaft Kliniken damit begonnen, klinische Prozesse zu digitalisieren und Daten aus Forschung sowie Versorgung zu vernetzen. Algorithmen auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) sagen inzwischen die potenzielle Sterblichkeit bei Sepsis- oder Covid-19-Patienten voraus, ein KI-Zentrum ist gegründet.

Der Verbund der Knappschaftskliniken hat gemeinsam mit der Knappschaft Kliniken Service GmbH schon frühzeitig damit begonnen, die vollständige Digitalisierung der klinischen Prozesse voranzutreiben. Alle Knappschaft Kliniken nutzen seit dem Start im Jahr 2012 mittlerweile eine elektronische Patientenakte, um wesentliche Behandlungs- und Dokumentationsprozesse elektronisch abzubilden und eine zentrale sowie strukturierte Datenhaltung im Krankenhausinformationssystem (KIS) zu gewährleisten.

Schon früh hat der Verbund der Knappschaftskliniken realisiert, dass die Vernetzung von Erkenntnissen aus der Forschung mit den Daten aus der Versorgung und die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) eine gute Basis sind, um ein vollumfängliches Bild zu ermöglichen und Lösungen für komplexe Erkrankungen wie beispielsweise der Sepsis oder ganz aktuell Covid-19 zu finden.

Sepsis ist dritthäufigste Todesursache

Jedes Jahr erkranken etwa 280.000 Menschen an einer Sepsis, im Volksmund auch Blutvergiftung genannt. Davon sterben pro Tag mehr als 150 Bürger. Sepsis nimmt bei den Todesursachen in Deutschland einen Spitzenplatz ein.

Eine Sepsis entsteht, wenn infolge einer Infektion die körpereigene Abwehrreaktion plötzlich eigenes Gewebe und die Organe schädigt. Auslösende Faktoren sind dabei zum einen oft Infektionen wie beispielsweise Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen oder postoperative Wundinfektionen. Zum anderen entwickeln aber auch Patienten mit einer Sars-CoV-2-Infektion und einer daraus resultierenden Covid-19- Erkrankung gerade bei schweren Verläufen eine Sepsis. Unzählige verschiedene Zellen und Proteine des menschlichen Immunsystems interagieren dabei miteinander und der Körper verliert scheinbar die Kontrolle darüber.

Aufgrund der Vielzahl von unterschiedlichen Akteuren in diesem Prozess und der von Patient zu Patient unterschiedlichen Ausprägung des Abwehrverhaltens lässt sich diese komplexe Erkrankung nicht durch einzelne Laborwerte beschreiben. Eine gezielte personalisierte Therapie kann daher nicht eingeleitet werden, in Konsequenz wird symptomatisch behandelt. Somit können bis zu 50 Prozent der Patienten mit einer schweren Sepsis nicht gerettet werden.

Komplexe immunologische Muster erkennen

Um zielgerichtete Therapien zu entwickeln, war die Idee, diese individuell an den Patienten anpassen zu können.

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