Die Berliner DRK Kliniken konzentrieren derzeit ihr Leistungsportfolio. Die Häuser der Rotkreuzschwestern sollen eine wichtige Rolle im neuen Krankenhausplan der Hauptstadt spielen – und bald wieder schwarze Zahlen schreiben.
Herr Friese, wie stehen die DRK Kliniken Berlin wirtschaftlich da?
Uns geht es nicht viel besser als den meisten Krankenhäusern. Was passt, ist der Trend. Vor zwei Jahren hatten wir ein Minus von neun Millionen Euro erwirtschaftet und 2025 werden wir voraussichtlich mit minus 7,5 Millionen abschließen. Für 2026 rechnen wir mit einem Minus von maximal zwei Millionen Euro oder einem ausgeglichenen Ergebnis.
Wovon hängt das Ergebnis 2026 ab?
Im Wesentlichen hängt das von Sondereffekten rund um die Zusammenführung der Standorte Mitte und Westend ab. Wenn wir jetzt anstehende Kosten für Baumaßnahmen oder Erlösverluste abschreiben können, steht die schwarze Null.
Die Klinikschließung des 260-Betten-Hauses in Berlin-Mitte ist Ihr derzeit größtes Projekt. Ursprünglich war der Schließungstermin 2026, sind Sie noch im Zeitplan?
Ich spreche ungern von Schließung. Wir machen aus zwei Krankenhäusern eines – denn die meisten Fachabteilungen wandern an unser Haus im Westend. Der Umzug findet voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 statt und dauert ein halbes Jahr. Den Betrieb in Berlin-Mitte halten wir bis zum Abschluss des Umzuges in jedem Fall aufrecht. Wenn es bei dem genannten Umzugstermin bleibt, wäre das also Mitte 2027.
Im Zuge der Schließung ist das geschehen, was bei Abteilungszusammenlegungen immer passieren kann: Das gesamte Team der Viszeralchirurgie in Mitte ist abgewandert. Was für ein wirtschaftliches Ausmaß hat dieser Abgang?
Der Chefarzt der Allgemeinen Viszeralchirurgie von Berlin-Mitte ist mit seinem gesamten Team an ein anderes Berliner Krankenhaus gewechselt. Für uns hat der Abgang kurzfristig Erlösverluste von mehreren Millionen Euro ausgelöst. Mittlerweile haben wir die Lücke mit zusätz- lichen Kapazitäten und die personelle Verstärkung am Standort Mitte wieder aufgefangen.
Wurde der Chefarzt vom anderen Haus abgeworben?
Ich würde sagen: Halb zog es ihn, halb sank er hin. Wir sprechen hier von einem renommierten Chirurgen und insofern sind Abwerbungsangebote ein Stück weit normal. Wenn man Abteilungen verlegt, steigt diese Gefahr natürlich.
Rechnen Sie mit weiteren Abgängen?
Ausschließen kann ich das nicht, aber ich bin guter Dinge, dass dies ein Einzelfall bleibt. Zumal es einen Großteil der Leistungen, die wir von Mitte verlagern, im Westend noch nicht gibt – etwa die Pneumologie, die Thoraxchirurgie und die Gefäßmedizin. Zusammengeführt wird noch die Gastroenterologie. Generell ist das schnelle Zusammenwachsen der Teams der wichtigste Faktor der Transformation. Dabei kommt den ärztlichen und pflegerischen Führungskräften eine Schlüsselrolle zu.
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DRK Kliniken Berlin
Zu dem Unternehmensverbund der DRK Kliniken Berlin gehören derzeit vier Krankenhäuser, ein Hospiz und eine stationäre Pflegeeinrichtung. 4.300 Beschäftigte kümmern sich jedes Jahr um mehr als 200.000 Patienten. Die DRK-Schwesternschaft Berlin, ein gemeinnütziger Verein mit über 1.000 Mitgliedern (Rotkreuzschwestern), ist alleiniger Gesellschafter der DRK Kliniken Berlin. Ein Großteil der Schwestern arbeitet in den Kliniken.